Wanderung im Hochsolling auf dem HS2 : Vom Hochmoor Mecklenbruch ins Hellental

DSCI0011
Holzskulpturen am Wegesrand

Es ist Ostersonntag 2016, das Wetter ist perfekt für eine Wanderung: Trocken, nicht zu warm, aber auch nicht kalt. Unsere heutige Tour führt uns auf den HS2, ein ca. 18 km langer Rundwanderweg von Silberborn durch das Hochmoor Mecklenbruch in das Hellental und wieder zurück. Die Tour startet am Wanderparkplatz am Ortsrand von Silberborn im Hochsolling. Erster Wegpunkt ist nach wenigen hundert Metern Wanderstrecke das Naturschutzgebiet „Hochmoor Mecklenbruch“. Auf einem Holzsteg werden Wanderer durch das Moor geleitet. Schautafeln erklären das Moor und seine Flora & Fauna. Ein kleiner Aussichtsturm bietet eine gute Übersicht über das geschützte Moor-Gelände. Entlang des Holzstegs finden sich außerdem einige durch einen Kettensägen-Künstler aus Baumstämmen gestaltete Tierskulpturen.

DSCI0003
Wander-Infotafel am Wanderparkplatz Mecklenbruch

Noch ist die Natur nicht in voller Blüte. Die wärmeren Frühlingstage lassen noch auf sich warten und bis weit in den März hinein, war es im Solling relativ feucht und kalt. Dennoch sprießen die ersten Frühblüher im Moor und an den Wanderwegen. Nach dem Hochmoor Mecklenbruch führt der Weg schon bald zuerst flach, dann tendenziell abwärts durch den Sollingwald hinein in das Wiesental der Helle. Hier verläuft der Weg zunächst oberhalb der wiesen und des kleinen Baches entlang des Waldrandes, Streckengleich mit dem das Weserbergland durchlaufenden Fernwanderweg „Weserbergland-Weg“ (mit blauem XW auf grünem Grund gekennzeichnet). Nach einer Weile erfolgt der Abstieg über einen Wanderpfad hinab ins Hellental. Mehr zu diesem Tal erfährt man auch in einem Video des Naturparks Solling-Vogler. Unser Weg, der mit blauem HS2 auf gelbem Grund markiert ist, verläuft ab hier parallel zur Helle durch die offene Wiesenlandschaft des Hellentals. Weite Teile des HS2 verlaufen auf breiten Wirtschaftswegen, so auch hier. Der Rundweg ist also bis auf ganz wenige, kurze Abschnitte, die zudem auch auf anderen Wegen umgangen werden können, auch für größere Wandergruppen oder Familien mit Kinderwagen geeignet.

DSCI0012
Die Helle im Hellental

In der Ortschaft Hellental, die die Hälfte der Wanderstrecke markiert, liegt direkt am Wegesrand die Gaststätte und Hotel Lönskrug. Für Wanderpausen eine ideale Gelegenheit zur Einkehr. In Hellental kreuzen wir das Bachbett der Helle und steigen am gegenüberliegenden Hang wieder auf bis an den Waldrand. Hier steht die Lönsbuche und eine kleine Schutzhütte, Für Wanderer wie uns, die mit eigenem Proviant ausgerüstet sind, bietet sich hier eine Pause an, bevor die zweite Hälfte der Wanderung, die nun weitestgehend im Anstieg verläuft in Angriff genommen wird. Im Wald oberhalb des offenen Wiesentals geht es nun zurück in Richtung Silberborn. Auch auf diesem Abschnitt werden weitestgehend breite Forst- und Waldwege genutzt.

Die Wochen und Tage vor unserer Solling-Wanderung waren regnerisch, gleichzeitig ist die Saison der Waldpflegearbeiten durch die Forstbetriebe noch in vollem Gange. Jetzt, am Oster-Wochenende stören zwar keine Traktoren oder Motorsägengeräusche die Wander-Idylle in der Wanderregion Solling-Vogler-Region, auf den letzten 2 Wanderkilometern des HS2 stoßen wir aber auf Probleme: Die eingesetzten Holzerntemaschinen haben ganze Arbeit geleistet, der Weg ist auf einigen hundert Metern auf voller Breite durchpflügt. Das regnerische Wetter der vorangegangenen Tage hat sein Übriges getan, der Weg besteht hier aus einer 40 cm hohen Schlammschicht, die nicht begehbar ist. Ganz am Rande finden wir dennoch einen einigermaßen trittsicheren Pfad, wenngleich Vorsicht geboten ist, nicht wegzurutschen. Wanderstöcke können hier sehr hilfreich sein. Dieser Abschnitt trübt das ansonsten sehr schöne Solling-Wandererlebnis etwas. Dies ist aber ausgesprochen nicht die reguläre Situation dieses somnst fast durchweg sehr gut begehbaren Wanderweges, sondern war einfach Pech respektive Wetter und Forstsaison-bedingt. Vermutlich auch bedingt durch Forstarbeiten fehlten in diesem Bereich einzelne Wegmarkierungszeichen, mit gutem Orientierungssinn und/oder Karte war der Weg aber problemfrei zu finden. Vor dem letzten Wanderkilometer haben wir dann den höchsten Punkt der Wanderung erreicht, ab hier geht es auf einem ebenfalls relativ nassen Weg (das Hochmoor Mecklenbruch ist schließlich nah) zurück zum Auto auf dem Wanderparkplatz an der L549. Die Wanderschuhe sind auf dem letzten Stück gefordert gewesen, meine Wanderstiefel von Meindl haben dichtgehalten, sidn aber so mit Schlamm bedeckt, das ich froh bin für die Rückfahrt wechselschuhwerk im Auto zu haben. Fazit des Tages : Wir haben einen sehr schönen Weg erkundet, der Lust macht auf weitere Wandertouren in der Solling-Vogler-Region . Im regionalen Tourenportal finden sich hierzu unzählige weitere Vorschläge. Wir werden wiederkommen…

 

Wandern auf dem Kamm des Wesergebirges: Die Drei-Burgen-Route

Ein Sonntag im April: Die Sonne scheint und wir nutzen den Tag die gerade erst vom Deutschen Wanderverband ausgezeichnete Drei-Burgen-Route zu erkunden. Mit dem Auto fahren wir den Wanderparkplatz an der Schaumburg an.

Durch den kleinen Ort geht es zum Waldrand, ab hier folgen wir einem breiten Waldweg bis nach Deckbergen. Hier folgt der Weg ein kurzes Stück der Landstraße. Nach etwa 100m biegt die Route wieder rechts in den Wald ein, ab hier geht es einige Zeit aufwärts. Auf teilweise nassem/sumpfigen Weg erreichen wir den Standort der ehemaligen Osterburg. Viel ist nicht mehr zu erkennen, eine Schautafel erklärt aber die Lage der Burg, Gräben und Burghügel sind noch erkennbar,  würde man ohne vorherige Information aber eher nicht wahrnehmen.

Wir erreichen den nächsten Wanderparkplatz, Bänke laden zu einer kurzen Rast ein. Die Drei-Burgen-Route folgt hier dem gleichen Pfad wie der Weserbergland-Weg. Es geht jetzt etwas steiler hinauf auf den Kamm des Wesergebirges durch Buchenwälder mit teils dichtem Bärlauchbewuchs.

Auf dem Kamm des Wesergebirges angekommen wird der Weg flacher, verläuft bis zur Paschenburg nahezu ohne nennenswerte Steigung.

Von der Paschenburg, der zweiten Burg auf der 13 km langen Tagestour hat man eine weite Aussicht über das Wesertal. Es herscht bestes Sonnenwetter, mit Leichtigkeit kann man bis nach Hameln und Rinteln blicken.

Wer eine Pause einlegen möchte ist an der Paschenburg genau richtig. Restaurant und Biergarten laden zum Verweilen ein. Hinter der Paschenburg laufen wir erneut durch größere Bärlauchfelder, es riecht stark nach der  Bärlauchtypischen Knoblauchnote.

Kurz vor Rohdental folgt der Abstieg vom Gebirgskamm auf einem stellenweise sehr steilen Serpentinenpfad. Am Ortsrand erreichen wir erneut zwei Rastbänke. Der Weg verläuft hier abwärts entlang einer kleinen Straße und zweigt nach 150 Metern nach Rechts ab, und folgt ab hier grob dem Waldrand. Nach ca.3km umwandert man die Schaumburg auf der Talseite, bevor man wieder den Ausgangspunkt am Wanderparkplatz erreicht. Ein Besuch auf der dritten Burg der Route, der Schaumburg ist dringend zu empfehlen. Auch von hier hat man einen tollen Blick über die Weser, eine Fototafel hilft beim erkennen der sichtbaren Dörfer des Wesertals. Zum Abschluß dieser schönen Tour empfiehlt sich die Einkehr beim „Schaumburger Ritter“ oder in der Burggaststätte.

Die Frühlingsboten von Hameln: Märzenbecherblüte auf dem Schweineberg

Wer rund um Hameln auf der Suche nach Frühlingsboten ist, wird am Schweineberg fündig. Das Naturschutzgebiet bei Holtensen beherbegt eine Besonderheit: Das größte zusammenhängende Vorkommen der sogenannten „Märzenbecher“ lockt alljährlich Anfang März zahlreiche Spaziergänger und Wanderer in das 170 ha große Naturschutzgebiet.

Gleich mehrere Wanderwege erschließen das Naturschutzgebiet am Hamelner Schweineberg. Neben örtlichen Rundwanderwegen führt auch der Weserbergland-Weg quer durch das Vorkommen des Frühlingsblühers.

Zwei Wanderparkplätze eignen sich bestens für eine frühlingshafte Runde über den Schweineberg: Am Ortseingang von Holtensen befindet sich einer, der andere liegt unmittelbar an der Waldgaststätte „Forsthaus Heisenküche“. (Achtung! Beide Parkplätze sind wärend der Märzenbecherblüte bei gutem Wetter stark frequentiert!). Ich starte an einem Sonntagvormittag im März am Wanderparkplatz bei Holtensen. Kurz nach Beginn der gut ausgeschilderten Wanderrunde steht ein Infopavillion an dem man allerlei Details zu den Märzenbechern erfahren kann. zunächst wirkt der Wald auf dem Schweineberg wie jeder andere auch um diese Jahreszeit: Winterlich trist. Allein das sonnige Wetter zieht zahlreiche Wanderer an. Doch wer auch die teils steileren Passagen meistert , entdeckt schon bald erste weiße Flecken zwischen all dem alten Laub auf dem Waldboden. Immer mehr Frühlingsblüher kommen zum Vorschein, und auf den höheren Lagen des Schweinebergs steht man schließlich in einem Meer aus weißen Blüten. Über 1,5 km erstreckt sich ein nahezu durchgänger Teppich aus weißen Frühblühern. In Kombination mit einem Sonnendurchflutete Wald wird hier schnell deutlich, das der Frühling auf dem Weg ist, und die Winterzeit bald endet. Bevor es zurück zum Auto geht mache ich eine kurze Rast am Forsthaus Heisenküche. Zur Zeit der Märzenbecherblüte ist hier i.D. R. geöffnet. Es ist Mittagszeit und so genieße ich in der Frühlingssonne gegrilltes mit Kartoffelsalat. Für diejenigen, die lieber zur Kaffezeit wandern: Auch Kuchen ist im Angebot. Von der Heisenküche zurück laufe ich entlang des Waldrandes auf dem Rundweg „Gröninger Feld“. Die Frühlingssonne wärmt, Nach knapp 2 km erreiche ich wieder den Wanderparkplatz. Insgesamt bin ich ca. 6 km gewandert. Dort, wo ich am Vormittag noch einen regulären Parkplatz bekommen habe, geht es jetzt am frühen Nachmittag zu wie im Taubenschlag. Autos parken nicht nur auf dem eigentlichen Wanderparkplatz, auch entlang der Zufahrt ist mittlerweile jeder Meter mit Autos zugeparkt. Fährt ein Auto weg, dauert es nur wenige Minuten und der Parkplatz ist neu besetzt. Ich fahre nach Hause und trinke dort ganz in Ruhe meinen Tee…

Die Märzenbecher blühen -wie Ihr Name schon sagt- in der Regel Anfang März, die Zeit der Hauptblüte hält meist ca. 2 Wochen an. Wann genau sich ein Ausflug auf den Schweineberg lohnt, lässt sich aber nicht ganz genau sagen: Dies ist auch abhängig von Witterung und Temperatur. Die Stadt Hameln Informiert in der Regel auf Ihren Webseiten und bei Facebook über den Begionn der Blütezeit, zu bestimmten Terminen werden dann auch naturkundliche Führungen durch einen Förster angeboten. Zur Planung der Wanderung ist der Weserbergland Navigator zu empfehlen. Aber auch ohne Karte kann man einfach der örtlichen Beschilderung folgen.

 

Von Schierke auf den Brocken: Wanderung auf dem Eckerloch-Steig

Es ist Pfingstsonntag. Nach dem wir das Auto im Parkhaus in Schierke abgestellt haben, wollen wir an diesem Tag den Brocken erwandern. Wir haben uns für die relativ kurze, dafür aber Abschnittsweise steile Strecke über den Eckerlochsteig entschieden. Geht es zunächst Flach auf breiten Waldweg los, verlassen wir diesen schon bald, auf pfadigen Wegen geht es die Hänge des Brocken hinauf. Wir kreuzen die Brockenstraße. Auch auf dieser könnte man den Gipfel erreichen, sie ist allerdings (zum Glück) für den allgemeinen Fahrzeugverkehr gesperrt und nur für Pferdefuhrwerke, die sogenannten Brocken-Kremser frei, wird außerdem für Rettungseinsätze genutzt.

Der Weg ist Abschnittsweise mit sehr groben Felssteinen übersäht. Ein Vorgeschmack für das was uns auf dem steilsten Abschnitt erwartet. Laut Wanderführer ist auf dem Eckerlochsteig gutes Schuhwerk und sicherer Tritt von großem Vorteil. Wir sind eher schnelle Wanderer usn überholen so mehrere andere Wandergruppen. An diesem Pfingstsonmntag ist viel los, das gute Wetter am Feiertag trägt dazu bei das wir nicht allein sind, mit der Idee vom Brockengipfel aus Gute Sicht zu haben.

Wir folgen dem Weg bis zum Eckerloch. Hier kreuzt man die Bahnstrecke der Harzer Schmalspurbahn, die eine weitere Möglichkeit darstellt, den Gipfel zu erreichen. Dadies ein beliebter Punkt für eine kurze Rast ist, ist entsprechend viel los. Nicht wenige Wanderer warten huier auch auf den Dampf-Zug um schöne Bilder zu machen. Wir hören den nächsten Zug schon Pfeifen, allzulange kann es also nicht mehr dauern. Ob dem andrang entscheiden wir uns aber doch, ohne Rast direkt weiterzuwandern. Ab hier kommen wir auf den eigentlichen Eckerlochsteig. Mit großen Felssteinen verblockt geht es hier mehr oder weniger auf direktem Weg den Berg hoch. Der Weg ist ausgetreten, wird bei Regen auch regelmäßig ausgewaschen, so das man hier von Felsstein zu Felsstein tritt. Im steilsten Abschnitt ist Trittsicherheit gefragt. Meine Begleitung will ob dem Massenauflauf an Wanderern vor uns eine Pause einlegen. Außer Felsen sieht man nur auf der ganzen Breite des Steigs soweit das Auge reicht nur Menschen. Wanderer, die wie wir auf den Gipfel wollen. Ein kurzer Blick zurück bestätigt aber, das eine Pause uns hier nicht weiterhilft. Auch hinter uns reißt der Strom der Wanderer nicht ab. Für meinen Geschmack und wahrscheinlich auch für die Natur sind das tendenziell schon zuviele Wanderer, außer dem eigentlichen Steig sind auch etliche Meter daneben viele Trampelpfade erkennbar. Nur gut, das das hier nicht immer so ist.

Nach dem sterilsten Stück errreichen wir zunächst einen Holzsteg als Wegebefestigung, schon bald darauf erreichen wir das Ende des Eckerlochsteigs und damit auch wieder die Brockenstraße. Hier suchen wir uns abseits einen großen Stein und machen unsere Pause. Getränke haben wir ausreichend dabei. Pferdefuhrwerke fahren vorbei, und auch das Pfeifen der Brockenbahn ist zu hören. Ein Stück weiter oben kreuzen die Schienen die Brockenstraße. Wir folgen ab jetzt der Straße. Für Wanderer das wohl unangenehmste Stück auf den Gipfel, Auf Waldboden lässt sich einfach deutlich besser laufen als auf Teer. Kurz nachdem wir die Schienen passiert haben, schnauft auch schon der Dampfzug vorbei. Ab hier ist es nur noch ein Kilometer bis zum Gipfel. Ein Kilometer den wir uns mit unzähligen Wanderern, Pferdefuhrwerken und Rennradfahrern teilen. Auch die Radfahrer nutzen die Brockenstraße zahlreich. Ich bleibe bei diesen Steigungen doch lieber beim Wandern….

Noch vor dem Gipfel biegen wir links von der Straße ab und folgen dem Brockenrundweg. die Baumgrenze ist überschritten, hier oben ist es deutlich kühler und man sollte rechtzeitig eine Jacke überziehen, die vor Wind schützt. Da es die Touristenmassen vielfach direkt zum Brockenwirt zieht ist es hier auf dem Rundweg etwas ruhiger. Nach einer Runde um den Gipfel steigen dann auch wir ganz hinauf. Die Sicht ist herrlich, insbesondere im Norden kann man weit in die Norddeutsche Tiefebene blicken.

Erwartungsgemäß ist der Brockenwirt und das BrockenHaus völlig überfüllt. wir haben unseren Nudelsalat dabei und machen einfach abseits eine Mittagsrast. Bahn und Pferdefuhrwerke bringen unablässig neue Gäste und nach ein paar gipfelfotos machen wir uns auf den Rückweg. Auch diesen wollen wir zu Fuß meistern, laufen jedoch diesmal ein stück weiter auf der Brockenstraße und Wandern auf dme Rückweg über die „alte Bobbahn“ und „neuen Weg“ zurück nach Schierke. Verlaufen kann man sich hier eigentlich nicht, alle Wege sind bestens ausgeschildert. Für alle Fälle hatten wir dennoch eine Wanderkarte im Rucksack. Schadet nicht, wird aber nicht benötigt. Zum einen musste man an diesem Tage ohnehin nur den Menschenmassen folgen, zum anderen sind diverse Wege auf den Brocken eben sehr gut ausgeschildert.

Im Bereich der Jugendherberge erreichen wir den Ortsrand von Schierke, wir kreuzen die „Kalte Bode“ und entlang dieser und der Ortsumgehungsstraße erreichen wir auf dem Wanderpfad wieder das Parkhaus „Winterbergtor“. Insgesamt sind wir ca. 12 km gewandert, ob der enthaltenen steigungen für uns ein völlig ausreichende Tagesausflug. Wegbeschreibungen  udn auch Weitere Wege zum Brocken finden sich auch auf www.harzinfo.de .

Kurzkreuzfahrt nach Oslo: Kreuzfahrtfähre Color Magic

Ein wenig Abwechslung zu den Outdoor-Touren bringt mich hin und wieder auch auf Schiffe: Mit der Color Magic geht es auf Kurzkreuzfahrt von Kiel nach Oslo und zurück. Auch bei dieser Fahrt treibt es mich also wieder in den hohen Norden. Zusammen mit einem Freund aus dem Studium in Kiel  sollen es zweieinhalb gemütliche Tage werden. Wärend der Studien-Zeit haben wir noch den Fähren hinterhergeschaut. Jetzt haben wir die Kurzkreuzfahrt mit Halbpension gebucht. Gegen 13:30 Uhr betreten wir am Kieler Norwegenkai die Color Magic. Nach kurzer Orientierungsphase finden wir schnell unsere Kabine und stellen erstmal unser Gepäck ab, bevor wir an Deck gehen. Das Wetter ist durchwachsen, aber die Ausfahrt aus dem Hafen über die Kieler Förde wollen wir draußen verfolgen. Pünktlich um 14 Uhr heißt es „Leinen los“ und unsere Fahrt nach Oslo startet. Gegenüber, am Schwedenkai, liegt die Göteborg-Fähre der Stena-Line die Kiel immer erst gegen Abend verlässt. Hier werden noch fleissig LKW verladen. Die große Kreuzfahrtfähre schiebt sich langsam durch die Kieler Förde.

Die Passage vorbei am Ehrenmal von Laboe nehmen wir noch mit, dann erkunden wir zunächst noch einmal die „inneren werte“ des Schiffes. Draussen gibt es jetzt außer anderen Schiffen udn natürlich viel Meer auch nicht viel zu sehen, es ist windig und eher ungemütlich. Und so startet unser zweiter Orientierungsgang über das Schiff, wir besuchen die Läden auf der Schiffspromenade, kaufen noch ein paar Getränke für den Abend und gehen dann wieder auf die Kabine. Diese liegt oberhalb der Promenade, so das wir den dortigen Unterhaltungs-Programmstart nicht überhören können.

Gegen Abend unterqueren wir die Große-Belt-Brücke, ein gigantisches Bauwerk, das die dänischen Inseln Fünen und Seeland verbindet. Nach der Brückenpassage gehen wir ins Grand Buffet, wir haben Halbpension gebucht und das Essen ist Inklusive. Das Buffet bietet so große Auswahl, sowohl an Fisch und Fleisch, als auch an vegetarischen Gerichten, das man gar nicht alles probieren kann. Für Kinder gibt es ein spezielles Kinderbuffet. Die Getränke sind leider nicht im Preis inbegriffen. Das ist aber auch der einzige Minuspunkt, auf vielen anderen Fähren sidn zumindest die Softdrinks inklusive. Dafür gibt es ein Nachtischbuffet mit unzähligen Torten, Süßspeisen und Eis. Mir wird klar, warum mir mehrere Verwandte berichteten, das man auf Kreuzfahrten tendenziell schnell zunimmt…

Am nächsten morgen fahren wir gegen 8 Uhr früh in dne Oslofjord ein. Vor uns liegen 2 Stunden Fahrt durch den Fjord, vorbei an traumhaften kleinen Inseln, mehrere relativ enge Durchfahrten muss die 224 Meter und 35 Meter breite Kreuzfahrtfähre passieren, dann erreichen wir Oslo. Hier hat man 4 Stunden Aufenthalt. Diesen kann man mit einer geführten Tour inklusive Stadtrundfahrt gut ausfüllen, man sieht dann wohl alle Highlights in Oslo in relativ kurzer Zeit (Holmenkollen, Vigeland-Park, Schloss….) . Da wir die Fahrt aber nicht mit dem Ziel unternommen haben, in Touristenbussen eingepfercht durch die Stadt gefahren zu werden, laufen wir kurzerhand in die Innenstadt, bummeln, setzen uns an den Hafen, auch für Shopping gibt es Gelegenheit, bevor wir zurück zum Schiff laufen. Um 14 Uhr verlassen wir Oslo bereits wieder. Wer die norwegische Hauptstadt ausgiebiger und ohne Zeitdruck erkunden möchte, der muss vor Ort eine oder mehrere Hotelübernachtungen einplanen.

Die Rückfahrt wird windig. Sehr windig, an Deck der Color Magic kann man sich stellenweise nur schwer halten, und so vertreiben wir uns die Zeit im Schiff. In der Show Lounge werden jeden Abend Shows angeboten, die man kostenfrei besuchen kann. Auf unserer Fahrt war die Lounge an beiden Abenden sehr gut besucht, eine Mischung aus Theater, Musical und Variete vertreibt einem die Zeit. Alternativen gibt es aber auch genug: Vom Golfsimulator bis zum Wellnessbereich ist das Schiff gut ausgestattet.

Am dritten Tag erreicht man Kiel um 10 Uhr. Zweieinhalb Tage Seereise geben einen schönen und durchweg lohnenswerten Kurzeinblick auf eine Kreuzfahrt. Zweieinhalb Tage, die für mich völlig ausreichen. Ich bin lieber Outdoor unterwegs, fühle mich trotz der unzähligen Freizeitangebote an Bord irgendwann eingeschränkt. Als Kurzurlaub ist eine solche Tour dennoch empfehlenswert und auch eine Wiederholung wird folgen…!