Rogen-Röa-Femund: Mit dem Wanderkanu von Schweden nach Norwegen (Teil 2)

(hier geht es zu Teil 1)

Nach dem Ruhetag am Roasten an der Röa in Norwegens Femundsmarka starten wir erneut durch. 4,5 Kilometer Seestrecke liegen vor uns, bevor erneut Stromschnellen und Wasserfälle umtragen werden müssen. Wir kommen gut voran, durchpaddeln an diesem Tag Roasten, Djuphaen und Vollhaen, die dazwischenliegenden Stromschnellen sind größtenteils paddelbar, wenn auch manchmal mit reduziertem Gepäck und nur einer Person pro Boot. Die, die nicht mitpaddeln, laufen am Ufer parallel. Am Ende des Vollhaen schlagen wir am linken Ufer unser Lager auf. Es gibt hier keine Hütte, ein selbstgespanntes Tarp muss als Schutz vor heranziehenden Regenfällen reichen. Die Mahlzeit fällt etwas knapper aus, Tassensuppen ergänzen unser Abendbrot. Größere Regenfälle erwischen uns hier glücklicherweise nicht, vom Femundsee weht aber ein kühler Wind zu uns hinauf.DSCI0125

Weiter geht es am folgenden Morgen mit der ausführlichen Besichtigung des nächsten Flussabschnittes. Mehre Wasserfälle, Schnellen, eine Schlucht liegen hier vor uns. die Röa führt relativ wenig Wasser, die Passagen sind allesamt verblockt, Bäume liegen quer. Wir treffen die Entscheidung zu portagieren. Material und Boote. Über eine Strecke von 1,3 Kilometern muss ALLES geschleppt werden. Über Trampelpfade und quer über blockige Felspassagen wuchten wir Boote und Material in mehreren Gängen an die Stelle, wo wieder eingesetzt werden kann. Dieses Unterfangen hält uns bis zum frühen Nachmittag auf, kostet viel Kraft. Fast alle fassen entsprechend mit an um die Umtrage gemeinsam zu bewältigen. Nur ein Gruppenmitglied setzt den Kurs der vergangenen Tage fort, lieber nur an sich selbst zu denken. Nun denn, Gruppenreisen sind halt nicht für jeden gemacht. Die Gruppe insgesamt hat das aber wenig gestört und man darf aber hoffen, dass der betreffende Teilnehmer sich und einer weiteren Gruppe das nicht erneut antut. Es ist offensichtlich, dass er sich wohl verbucht hat und nicht wirklich wohl fühlt auf dieser Expedition.

Erst auf dem Starrhaen können wir die Boote wieder einsetzen. 400 Meter dürfen wir paddeln, dann folgt die nächste Schnelle. Ein letztes Mal darf sich Johann allein im Wildwasser vergnügen, eine weitere Schnelle kann von allen, die möchten, befahren werden, und nach weiteren 400 Metern erreichen wir die Weite des Femundsees. Fast 60 km erstreckt sich dieser von Nord nach Süd, wir erreichen den See in etwa im nördlichen Drittel. Unmittelbar nach der Mündung der Röa finden wir am Dampferanleger unseren Rastplatz am Ufer des Femund-Sees. Neben dem normalen Abendessen kochen wir hier noch Pudding, den wir gemeinsam im Sonnenuntergang auf dem Dampferanleger genießen. 4 Tage liegen noch vor uns, bis wir in Elga abgeholt werden. 4 Tage an den Mückenverseuchten Ufern des Femundsees, eineinhalb Pausentage können wir also noch einlegen, und wären trotzdem noch rechtzeitig am Ziel. Die enorme Größe des Femund zwingt uns auch dazu jede Bucht auszufahren, eng unter Land zu paddeln, um zumindest einigermaßen Schutz vor Wind und Wellen zu finden.DSCI0159

22 Kilometer Strecke machen wir ohne größere Pausen, bis wir den nächsten Rastplatz und Dampferanleger erreichen. Der ein oder andere kommt langsam ans Ende seiner Kräfte. Lange Strecken auf einem See paddeln sich dann doch anders, als wir es von den kurzen Abschnitten auf der Röa gewohnt sind. Die Aussicht, es jetzt nicht mehr weit zu haben, hilft. Das Wetter verändert sich leider zum schlechteren, vermehrt regnet es. Der folgende Morgen ist der Erste, an dem das Frühstück in der Wartehütte am Dampferanleger eingenommen wird, das Wetter draußen ist zu ungemütlich und vor allem nass geworden.

Als es zumindest etwas windstiller und die Wellenlage besser wird, packen wir zusammen und paddeln weiter gen Elga. 2 Tage haben wir noch bis zur geplanten Abholung. Wir paddeln bis 1 km vor Elga, schlagen unsere Zelte noch einmal auf einem wilden Rastplatz auf. 2 Nächte wollen wir hier gemütlich verbringen, bevor wir zum Abholpunkt übersetzen. Bereits mittags sind wir da, schnell stehen die Zelte auf der flachen Wiese unweit des Seeufers. Auch ein Tarp ist schnell gespannt und da das Wetter weiter ungemütlich ist und Bewegung allemal besser als das sitzen im kalten Wind und Regen, machen wir uns zu Fuß auf nach Elga. Viel gibt es hier zugegebenermaßen nicht zu sehen. Kirche, Dampferanleger, Nationalparkzentrum und eine Tankstelle mit kleinem Supermarkt. Letztere zwei sind für Outdoor-Reisende beliebtes Ziel. In beiden gibt es Toiletten, was die Nutzung des Klappspatens unnötig macht, im Supermarkt gibt es außerdem diverse Getränke, Eis und ähnliches, auf das man in den letzten 11Tagen verzichten musste.

DSCI0177Auch den folgenden Pausentag verbringen wir bereits mit Spaziergängen nach und durch Elga, bevor wir am Donnerstag dann die letzte Kanumeile in Angriff nehmen. Hohe Wellen machen uns noch ein letztes Mal richtig nass, aber was soll´s. Wir haben es geschafft, sind am Ziel unserer Kanu-Expedition. Ohne größere Verletzungen und fast ohne Material-Schäden sind wir bis nach Elga gekommen. Gegen Mittag holt Robert uns ab, eineinhalb Stunden später sind wir zurück in Idre im Camp. Während die Sauna bereits angeheizt wird, putzen wir die Ausrüstung. Campleiter Res versorgt uns mit Lebensmittteln für das Abendessen…wir waren mit wirklich leeren Tonnen im Camp eingetrudelt. Alles was dabei war hatten wir verwertet, nicht ein einziges Mal Reste entsorgt. Eipulver, Milchpulver, Trockengemüse, alle Dosen sind leer. Brot haben wir nicht mehr und 2 Tonnen voller Müsli (insgesamt ca. 25 Liter!!!) haben wir mit 8 Personen vertilgt. Neben den regulären Brotbelägen waren von mir noch 8 Dosen Brotaufstrich mit auf Tour…und auch diese sind allesamt geleert worden. 8 hungrige Männer auf Outdoor-Tour eben. Zugenommen haben wir nicht, die Tour erfordert Kraft und Ausdauer, so dass viel Energie gleich wieder verbrannt wird.

Am Abend gehen wir in die Sauna, noch später am Abend wird der HotTub frei…und wir genießen das noch heisse Wasser unter dem nicht Dunkel werdenden freien Himmel. Am Freitag machen wir noch eine kurze Radtour ins Ortszentrum von Idre. Mitbringsel werden gekauft. Es folgt das große Kofferpacken, bevor der Campkoch Werner uns am Abend mit einem leckeren Grillbuffet versorgt. der Abend bzw. die Nacht werden lang, gemeinsam blickt man auf eine tolle Tour zurück, die Ich früher oder später wiederholen möchte. Am Samstag Nachmittag steigen wir in den Bus, und auch wenn auf Kopfhörer gerade wieder Eddie Vedder mich „Into the Wild“ singt, sind wir unumkehrbar auf dem Rückweg in die Zivilisation. Zurück in de20160716_143908n Alltag…auf das es nicht allzulange dauert, bis ich wieder raus darf in die Natur.

Vielen Dank an meine 7 Mitreisenden, es war eine super Gruppe. Johann/Iro Joe hat seine Aufgabe als Tourenbegleiter super gemacht und ich freu mich jetzt schon auf ein Wiedersehen. Wieder auf der Rogen-Röa-Femund Tour. Oder doch mal auf der Wellenritt-Tour? Mal schauen, wo es mich das nächsten Jahr hin verschlägt… Das Nachtreffen 2016 wird mich da sicher inspirieren…

Vielen Dank auch an Rucksack Reisen in Münster, die Touren wie diese mit Ihrer Planung und Reiselogistik im Hintergrund erst möglich machen. 5 Mal durfte ich jetzt schon dabei sein und wenn eines sicher ist dann, dass es nicht das letzte Mal war. Vielen Dank außerdem an die Campleitung in Idre, Res und Robert, die für uns die weiten Shuttlefahrten (ohne die diese Tour nicht machbar wäre) zu Beginn und wieder zurück ins Camp gefahren haben. Wir sehen uns wieder!

Rogen-Röa-Femund: Mit dem Wanderkanu von Schweden nach Norwegen (Teil1)

Einmal im Jahr muss ich Raus. In den Norden, wenn es geht. Bereits auf dem Rucksack-Reisen Nachtreffen 2015 gibt es erste Gedankenspiele, sich doch einmal auf die wildeste aller Rucksack-Reisen-Kanutouren zu wagen. Nachdem in den Vorjahren das Värmland, das Dalsland und der Svartälven erkundet wurden, soll jetzt die Tour Rogen-Röa-Femund folgen. Fit sollte man dafür sein. Und Gruppentauglich, steht im Katalog. Outdoor- udn Paddelerfahrung sollte man besser auch mitbringen, wenn man diese Tour erleben will. Paddeln kann Ich, dessen bin ich mir bewusst, Erfahrung auf Outdoor-Touren habe ich in den letzten Jahren sammeln können, aber nie war ich bisher so weit abseits jeder Straße und Zivilisation unterwegs. Es wird also Zeit!

Die Urlaubsplanung ergibt, dass nur die Tour Anfang Juli 2016 in Frage kommt. Und so beginnt meine Flucht aus dem Alltag am 01.Juli 2016. Die diesjährige Wanderpaddel-Tour führt also in unberührte, aber auch oftmals unwegsame Natur im Grenzgebiet der Provinz Dalarna in Schweden und der Femundsmarka in Norwegen.

Zunächst muss die lange Anreise in den Norden bewältigt werden, mit dem Zug geht es von Hameln nach Hamburg, ab Hamburg fährt uns dann ein Reisebus über Nacht nach Dalarna. Erstes Ziel ist hierbei wie schon bei der vergangenen Silvesterreise das Dörfchen Idre bzw. das dortige Aktivcamp von Rucksack Reisen welches wir am frühen Nachittag des 02.Juli erreichen. Bereits auf der Busfahrt hatte sich der Großteil der Gruppe zusammengefunden, die sich auf die Rogentour wagen wollten: 8 Männer, darunter zwei Polizisten, zwei Steuerberater, ein Hotel-Haustechniker, ein Kafferöstender Unternehmensberater und Ich (Online-Marketing), wollen gemeinsam die Herausforderung meistern, mit Wanderkanadiern von Schweden nach Norwegen zu paddeln. Der jüngste der Gruppe, unserer Tourenbegleiter Johann, ist 20 Jahre alt, will zukünftig Informatiker werden, bringt aber die erforderliche Erfahrung mit um den Wildwasserfluss Röa zu bezwingen. Der Rest der Gruppe ist alterstechnisch sehr verschieden, von 30 bis 60 ist alles mit dabei.

Der Nachmittag des ersten Tages in Schweden wird dazu genutzt Ausrüstung, persönliche Gegenstände und Kleidung sowie die für die kommenden 14 Tage benötigten Lebensmittel in Wasserdichte Tonnen zu verpacken, Boote werden ausgesucht und die gesamte Ausrüstung zum See transportiert. Eine kurze erste Tagesetappe auf dem Idresjön/Österdalälven führt uns zu einem Lagerplatz am anderen Seeufer. Zelte werden aufgebaut, die gesamte Ausrüstung gecheckt, Feuer gemacht und gekocht. Anfang Juli wird es in Dalarna kaum Dunkel, dennoch fallen wir, müde von der Busfahrt, relativ früh ins Bett.

Am nächsten Morgen, es ist Sonntag, packen wir die Ausrüstung zusammen und paddeln nach Idre zurück. Am Strand wartet schon der Kleinbus, der uns ins Käringsjövallen am Rogensee bringen wird. Ein Boot wird noch einmal getauscht, alles auf dem Anhänger und im Bus verstaut, und wir starten auf die 2-Stündige Fahrt die uns in die Wildnis des Rogengebietes führt. Aus der Musikanlage klingt der Soundtrack von „Into The Wild“. Es gibt wohl kaum bessere Musik als die Songs von Eddie Vedder um aus der Zivilisation zu flüchten und eine solche Tour zu starten.

In Tännäs besuchen wir den Wildnisladen. Neben der letzten Möglichkeit noch Ausrüstung/Kleidung, Mückenschutzmittel oder ähnliches einzukaufen gibt es hier die letzte Toilette für die kommenden 12 Tage. Nach kurzem Aufenthalt geht es weiter, Ziel ist ein Parkplatz kurz vor Käringsjövallen.

Eine Wanderpaddeltour beginnt auf einem Parkplatz, w305_DSC04714_5184x3888o weit und breit kein Wasser zu sehen ist? Ja! Sämtliche Ausrüstung muss zunächst 700 Meter durch den Wald getragen werden. (An dieser Stelle vielen lieben Dank an den Campleiter Res, der uns nicht nur bis hier hin gefahren hat, sondern auch bei dieser ersten Portage mit angefasst und uns etwas entlastet hat). Am Ende der Portage dämmert uns, warum man von einer WANDERpaddeltour spricht. Wir stehen am Öster Vingarna, dem ersten Wildnis-See auf dem Weg nach Norwegen. Es ist leicht sumpfig und die Mücken schwirren um uns herum. Hier beginnt also das Abenteuer in der nordischen Wildnis endgültig. Keine Straße mehr weit und breit, es gibt kein zurück. In 12 Tagen werden wir am Femund-See abgeholt. Wir durchpaddeln den Öster Vingarna durch diverse Buchten. Ein Rentier kreuzt schwimmend unseren Weg.

Wir erreichen am Südende des Sees unseren ersten Rastplatz. Die Gruppe ist bereits jetzt gut zusammengewachsen, schnell stehen die Zelte, Feuer wird gemacht, Essen vorbereitet. Am folgenden Morgen steht uns direkt eine wiederum 700 Meter lange Portage bevor. Doch bevor wir in die Zelte kriechen stehen noch zwei wichtige Programmpunkte auf dem Plan: Erstens: Um am folgenden morgen Kraft zu sparen bringen wir bereits jetzt 2 Boote an das Ende der Portage. Es ist ja ewig hell und somit keine Eile geboten. Zweitens: Leichtsinnigerweise hatte uns Tourenbegleiter Johann erzählt, das Ihm im vergangenen Jahr im Camp in Idre ein Irokesen-Haarschnitt geschnitten wurde. Das können wir auch auf Tour…und während die Sonne am späten Abend langsam untergeht und Millionen von Mücken ausschwärmen um Hautflächen zu finden die noch nicht mit Mygga, Nordic Summer, DEET, US622 oder Autan eingeschmiert sind, Fallen Johanns Haare. mit 2 Nagelscheren und Rasierer wird aus Johann „Iro-Joe“ und die Mücken finden seine noch nicht geschützte Kopfhaut dann auch gleich sehr anziehend.DSCI0033

Gegen 10 Uhr kommt am folgenden Morgen langsam Bewegung in die Gruppe und gegen Mittag sind endlich alle Tonnen, Packsäcke und Boote am Ufer des Stor Tandsjön. Wir setzen die Boote ein, 2,5 km See liegen vor uns, teilweise durchpaddeln wir sehr sumpfige flache Buchten…jetzt bloß nicht Kentern, sonst stecken wir bis zur Brust im Schlamm. Wir erreichen die Stelle an der ein kleiner Wildbach aus dem See ausfließt. Die Ausrüstung und der größere Canadier müssen umgetragen werden, mit den kleineren drei Booten zeigt uns Joe erstmals seine Wildwasserfahrkünste und fährt zumindest die Boote den Bach hinab. Es folgen mehrere kleine Seen, und Schwälle, mehrfach müssen kurze Portagen gemeistert werden, bevor bei Rogsbodarna der Rogen-See erreicht wird. Wir paddeln ein kurzes Stück hinaus zu einem Rastplatz auf einer Insel. Diesen müssen wir uns mit zwei Engländern teilen, aber Platz für Zelte gibt es hier genug, fast schon der Platz mit den besten Zeltbedingungen auf der gesamten Tour, da die Insel eine große flache Sandfläche fast ohne störende Wurzeln oder Steine bietet. Am Abend paddeln zwei Mitreisende nochmal ein Stück weit zurück um am Ausfluss des Wildbaches die Angeln auszuwerfen. Ein Hecht überlebt diesen Ausflug nicht.

DSCI0058Vor uns liegen die Weiten des Rogens, gute 11 km freie Seefläche liegen vor uns in Paddelrichtung und auch in die andere Richtung erstreckt sich der Rogen noch einige Kilometer weit. Das Wetter ist wechselhaft, Wolken und Spiegelglattes Wasser bieten ein Spiegelbild-Schauspiel vom feinsten. Nachdem der Hecht (zum Frühstück!) verspeist war, machen wir uns auf zur großen Rogenquerung. Das Wetter ist hier unberechenbar, wo eben noch spiegelglattes Wasser war, bauen sich schnell Wellen von einem halben Meter Höhe auf, genauso schnell wird es aber auch wieder ruhig. Wir paddeln in Ufernähe. Nachdem wir schon eine ganze Weile Regenschauer auf uns zukommen sehen und die Wellen wieder stärker werden, entscheiden wir uns zur Sicherheitspause auf einer Landspitze, Gemeinsam gehen wir unter der großen Tarp-Plane in Deckung, kurz darauf beginnt es stärker zu Regnen. Einige Zeit müssen wir so verharren, bevor wir die zweite Hälfte der Rogenquerung in Angriff nehmen können. Tagesziel ist der Restplatz bzw. die Wanderhütte Reva, unmittelbar an der norwegischen Grenze gelegen, die hier den Rogen durchquert. Die Angler wollen nochmal angeln, während wir die Zelte aufbauen dauert der Paddelausflug im seichten Nebenarm des Rogen aber nur wenige Sekunden und 3 Meter weit, dann liegen zwei Angler mitsamt Ihrer Ausrüstung i

m Wasser. Was genau zur Kenterung führte ist unklar, Ziel ist es fortan Schuhe, Kleidung etc. am Feuer zu trocknen. Über dem Feuer haben wir ein Tarp gespannt, die sintflutartigen Regenfälle die uns am Abend erreichen, kann das aber nur teilweise abhalten. Zwei deutsche Wanderer gesellen sich zu uns unter das Zeltdach.

Der Rogen und damit der erste namensgebende See unserer Tour ist fast geschafft, ab sofort sind wir in Norwegen unterwegs. Bei teils stürmischen Winden paddeln wir am folgenden Morgen die letzten 1,5 km über den Rogen, bevor wir in die wilde Röa einfahren wollen. Auf dem Weg dahin fällt ein Packsack dem Wind zum Opfer, kann aber aus dem Wasser gefischt werden.

Stromschnellen, mal verblockt, mal gut befahrbar und kleine Seen wechseln sich auf der Röa ab. Iro-Joe fährt die Boote nach Besichtigung der ersten Schnelle sicher

aus dem Rogen heraus in den Rogshaen, die anderen laufen über einen Trampelpfad ans Ende der Schnelle und sind froh, das Boote und Material nicht getragen werden müssen. Bereits nach wenigen hundert Metern folgt die nächste kleine Schnelle. Hier quert auch ein Wanderweg die Röa über eine Hängebrücke. Nach Besichtigung entscheiden wir, den Schwall zu fahren und erreichen mit allen 4 Booten ohne Unfall den Littlbudhaen. Weitere Wildwasser-Passagen folgen bevor wir via Storrundhaen und Lilrundhaen den ersten Rastplatz in Norwegen erreichen. Die Klöfthabua bietet uns einen Platz für die Nacht. Der Platz für Zelte ist rah, und so übernachtet ein Teil der Gruppe in der Hütte.

Am folgenden Tag führt und die Röa weiter, wiederum werden zahlreiche Stromschnellen durchfahren und teilweise umtragen, wobei sich Joe kaum eine Gelegenheit entgehen lässt, zumindest die Boote den wilden Fluss hinabzupaddeln. Für die Gruppe ist das natürlich ebenfalls sehr praktisch, da zumindest die Schlepperei der Boote hin und wieder entfällt. 500 Meter sind es noch bis zur nächsten Hütte am Ufer des größten Sees an der Röa, dem Roasten. 2 Schnellen müssen noch bewältigt werden und werden für fahrbar befunden. In der ersten kommen die ersten drei boote gut durch, aus dem 4.Boot steigt der Steuermann unfreiwillig aus, und steht hilflos in der Stromschnelle, während der zweite Paddler sich im Boot halten kann und das Boot sicher bis in den kleinen See hinter der Schnelle bringt. Per Wurfsack-Leine sichern wir den Aussteiger und bringen auch diesen wieder sicher ans Ufer. Die folgende leichte und flache Stromschnelle wird dann meinem Boot zum Verhängnis. Einen sichtbaren Felsen umfahren wir, treffen in der Welle aber auf einen zweiten, treiben quer….. und ehe wir genau wissen wie das passiert ist, schwimmt unsere Ausrüstung auf den See hinaus, das Boot wird vom Wasserdruck regelrecht um den Felsen gewickelt. Der Schaden wirkt groß aber zumindest ist niemand verletzt. Die anderen Boote sammeln unsere DSCI0132Ausrüstung ein, am Ufer versuchen wir das Boot wieder einigermaßen in Form zu bringen. Dies gelingt uns, wir erreichen den Rastplatz mit Hütte und beschließen nach diesem für drei Paddler ziemlich nassen Erfahrungen hier am Folgetag einen Ruhetag einzulegen. Auch mein Schlafsack war baden gegangen, war aber dank einem fast dichten Packsack nur leicht feucht geworden und trocknet noch rechtzeitig bevor er benötigt wird. Sämtliche weitere Ausrüstung trocknet am nächsten Tag in Wind und Sonne ebenfalls gut.

Am Ruhetag wird geangelt (wieder ergänzt ein Fisch unseren Speiseplan), gelesen, Brot gebacken oder einfach nur geruht. Die Holzversorgung an den norwegischen Hütten entlang der Röa ist super, sogar gesägt ist das Holz bereits, zum Spalten liegt eine moderne Fiskars Spaltaxt in der Hütte bereit. Gute Bedingungen um ein Feuer lange in Gang zu halten. Zwei Brote backen wir an diesem Tag auf dem Feuer. außerdem das ein oder andere Pfannenbrot. Wir checken unsere Nahrungsmittelvorräte…und merken schon jetzt, dass es zum Ende der Tour wohl knapp werden würde. Einkaufsmöglichkeiten gibt es keine, also werden die Mahlzeiten für die kommenden Tage schon einmal vorgepackt, so dass für den Rest der Wildnis-Tage eine Mahlzeit vorhanden ist. Am letzten Tag, wieder im Camp, könne wir ja ggf. anderweitig versorgt werden, so unsere Hoffnung.

( weiter zu Teil 2 )

 

 

Kanutour Svartälven, 14 Tage Outdoorleben in Zelt und Kanu, Sommer 2015

1. Etappe, 18.07.2015:

Nach langer Fahrt erreichen wir in den frühen Morgenstunden zunächst den kleinen Ort Nysäter. Hier verabschieden sich die deutschen Busfahrer und übergeben den Bus an einen schwedischen Fahrer, der uns von hier aus zunächst nach Sävsjön/Bergslagsgarden bringt. Auf dem dortigen Naturcampingplatz befindet sich die Rucksack Reisen Basis für die Touren am Svartälven und den Kindertraum Älgen. Der schwedische Busfahrer war hier noch nie, verpasst eine Abfahrt und fährt dann, nach meinem kartenmaterial, über einen anderen Weg zum Naturcampingplatz. Über eine Brücke, die alt ist und eigentlich nicht unbedingt für das Gewicht der Busse ausgelegt. Die Brücke hält aber, auch wenn das beim Team vom Bergslagsgarden leicht entglittene Gesichtszüge hervorruft. Als wir ankommen ist es 10:15 Uhr. Wir packen sämtliche Ausrüstung in den Bus und tauschen den Anhänger aus Deutschland mit dem Kanuanhänger auf dem bereits unsere Boote aufgeladen sind. Alles ist etwas chaotisch, aber schon bald geht es weiter nach Tyfors, wo die Tour starten soll. Der Busfahrer bringt uns direkt zum Fluss. Über einen Waldweg, den ich noch nichtmal mit dem PKW hätte fahren wollen. Aber auch das klappt einwandfrei, wir entladen die Boote, packen die Tonnen und machen uns Abfahrbereit. Die Jugendgruppe, die mit uns parallel unterwegs ist, baut Ihre Zelte auf und startet erst am Folgetag. Es ist Mittag und so machen wir zunächst eine Essenspause und Vorstellungsrunde, bevor alle sich einmal testweise in die Boote begeben. Nach etwas üben kann das beladen beginnen und die Kanu-Tour starten. Es ist bereits Nachmittag und so fahren wir an diesem Tag nur noch kurze 6 km und suchen dann einen Rastplatz für die Nacht. Die vorrangegangene nächtliche Busfahrt hat Kraft gekostet und so sind abends alle froh in die Zelte zu kommen.

2.Etappe, 19.07.2015

Nach einem Guten Frühstück und erneutem packen, sitzen wir wieder im Boot. 3 Umtragestellen gilt es heute zu bewältigen, die Wasserkraft
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Kanu-Tagestour auf der Emmer und Weser, Bad Pyrmont – Hameln

Am Himmelfahrtstag 2015 war Ich mit Freunden aus der Wanderpaddelgruppe des KC Hameln von Bad Pyrmont über die Emmer und die Weser bis zum KC Hameln unterwegs. Eingesetzt wurde unterhalb der Bad Freienwalder Brücke in Bad Pyrmont. 22 km Paddelstrecke mit einigen zu umtragenden Wehren, fahrbaren Schwällen und der ein oder anderen Grundberührung lagen vor uns. Ich hatte die Kinder eines Kajak-Mitpaddlers an Bord des großen 4er Vereinscanadiers (Lettmann Trapper), und da diese noch keine Paddelerfahrung hatten mussten sowohl Vortrieb als auch das Steuern des Bootes durch mich allein erfolgen.

Einmal musste ich aussteigen um ein auf Steinen festgefahrenes Kajak befreien, aber auch das war schnell erledigt. Am Tag der Tour war der Wasserstand an der unteren Grenze, und so musste man an Schwällen und Wehren besonders aufpassen.

In der Hämelschenburg stand eine längere Pause im dortigen Café auf dme Plan, danach musste noch in Emmerthal umgetragen werden, bevor wir die Mündung der Emmer und damit die Weser erreichten.

Auf der Weser waren einige Himmelfahrts-Ausflüge auf Schlauchbooten unterwegs, mit der Strömung fuhren wir auf der breiten Weser noch bis Hameln zum heimischen Kanu-Club.

Hier sind die Bilder des Tages:

Kanutraum Dalsland

Ein Traum für Kanufahrer, das Dalsland:

Unterwegs war Ich wieder mit Rucksack Reisen aus Münster.

Zunächst ging es per Zug nach Hamburg, von dort weiter mit dem Reisebus. Über Nacht führt die Fahrt über die Vogelfluglinie ins Dalsland. Das wohl besterschlossenste Kanurevier Schwedens. In Regelmäßigen abständne gibt es hier Kanurastplätze, für Gruppen ist die Nutzung dieser mittlerweile vorgeschrieben. Der Dalsland-Kanal,. ein alter Schuiffahrtsweg, verbindet zahlreiche seen miteinander, Höhenunterschiede werden durch Schleusen überwunden. Wer die Schleusengebühren nicht scheut, kann die Tour ohne größere Umtragen absolvieren. Wir starten vom Campingplatz am Laxsjön aus auf unsere zweiwöchige Tour. Einige Tourteilnehmer werden nur eine woche mitfahren, so das wir uns entschließen, zuerst eine Woche vom Laxsjön in dne Norden udn zurück zu paddeln, in der zweiten Woche werden wir dann den Dalslandkanal Richtung Süden befahren. Nach der langen Busfahrt fällt die erste Etappe relativ kurz aus, wir steuern den nächstgelegenen Kanurastplatz auf einer Halbinsel im Laxsjön an. Von hier aus geht es am folgenden Tag weiter durch Bengtsfors hinaus auf den Lelang. Ein gewitter zwingt uns zu längerer Pause in Bengtsfors, nachdem es vorübergezogen ist entscheiden wir uns zum Aufbruch, als wir auf dme see gen norden paddeln, folgt ein zweites gewitter, es komtm von hinten immer Näher. Gerade als der Regen einsetzt, erreichen wir einen Shelter auf einer Insel im Lelang. Hier campiert bereits eine Familie, ob des Wetters können wir aber bleiben und teilen fortan mit der Familie das Lagerfeuer. Die nächsten Tage verlaufen ähnlich, das Wetter ist wechselhaft. Über Gustavsfors erreichen wir den Västra Silen, hier machen wir einen Pausentag. Vom Västra Silen aus paddeln wir wieder gen Süden, durch den Svartlang, an dessen Ende eine längere Steile Umtrage folgt um wieder in den Laxsjön zu gelangen. In der Zweioten woche folgen wir dann dem Dalslandkanal über Dals Langed nach Haverud. Hier durchpaddeln wir ein Aquädukt, glöeich danach steht das dalsland Infocenter, wo wir eine längere Pause machen. Weiter folgen wir dem Kanal durch mehrere Schleusen nach Süden, dann weiter in Richtung Snäcke. Auf einem Rastplatz folgt erneut ein Pausentag, den wir dann aber für eine Kanutour ohne Gepäck durch den Snäcke-Kanal auf den Animmen nutzen. Hier ziehen wir die Boote an einem rastplatz an land und starten eine Wanderung. kurz vor der E45 kommen wir an einem verlassenen Hof vorbei, im Wald stehen vereinzelt höfe/Ferienhäuser, sonst ist die Gegend nur dünn besiedelt. Gegen abend machen wir usn auf den Rückweg zum Lagerplatz. Am folgenden tag starten wir dann die Rückreise auf dem Dalslandkanal nach Norden. Wir erreichen den Laxsjön am donnerstag udn campieren in Baldersnäs. am Freitag liegen somit nur noch 3 km Seepaddeln vor uns, gemütlich lassen wir die Tour ausklingen, bevor es am Samstag auf die Rückreise geht.

Der Name der Reise „Kanutraum Dalsland“ trifft es schon sehr gut, für Kanuten ein weites, sehr sehr schönes Revierr mit allerhand Rastplätzen und Infrastruktur für Paddler. Finanziert wird das ganze u.a. über die Naturkortet, die man hier erwerben muss um die Rastplätze nutzen zu dürfen. Hiermti wird der Unterhalt, das Brennholz etc finanziert. Paddler die es eher ruhig haben wollen, sei aber empfohlen, auf die Nebensaison auszuweichen. In der Hauptferiensaison sind in diesem Revier gleich mehrere Tourenanbieter mit teils auch größeren Gruppen unterwegs.