Unterwegs auf dem Weser-Radweg: Oedelsheim bis Bad Karlshafen

Es ist Ende Mai. Hauptsaison auf dem Weser-Radweg. Wir starten für eine Tagestour in der Nähe der Weserbrücke Gieselwerder, wo wir das Auto parken. Die Räder sind schnell ausgeladen, die Tour kann beginnen. Jetzt am späten Vormittag sind bereits viele Radler unterwegs. Der großen Mehrheit sieht man Anhand der vollen Fahrradtaschen an, dass Sie mehr vorhaben als eine kurze Tagestour. Der Weser-Radweg ist immerhin 515 km lang, viele fahren wohl bis Bremen oder sogar komplett bis nach Cuxhaven. Wir aber wollen nur einen Tag mit sonnigem Frühsommerwetter nutzen. Wir starten zunächst in südlicher Richtung, radeln durch Oedelsheim und an der dortigen Gierseilfähre vorbei in Richtung Bursfelde. Es geht auf geteerten Wegen durch Felder, immer nah am Fluss entlang, kurze Stücke führen parallel zur Landstraße. An diesem Tag weht der Wind allerdings kräftig aus Süden, an der Landesgrenze Hessen-Niedersachsen wenden wir. Mit Rückenwind radelt es sich angenehmer. Relativ schnell sind wir so wieder in Oedelsheim, und folgen dem Weser-Radweg dann nach Lippoldsberg. Das Dorfzentrum bildet hier die alte, aber bestens erhaltene, romanische Klosterkirche. Hier machen wir Rast, eine Besichtigung der Kirche ist auf jeden Fall zu empfehlen. Nach einem kleinen Picknick setzen wir die Tour fort, zu empfehlen ist dabei die Nutzung der Dorfstraßen. Dort herrscht nur sehr wenig Autoverkehr und die Straßen sind besser Fahrbar als die alten, schmalen Treidelpfade entlang der Weser. Vorbei an einer weiteren Kirche und an einer Holzkohlefabrik erreichen wir Bodenfelde. Hier führt der Radweg auf der Uferpromenade entlang, die Weser ist immer im Blick. Ohne schweres Reisegepäck überholen wir einige Radler und durchfahren als nächstes das kleine Örtchen Wahmbeck. Hier ist zum ersten Mal etwas Kraft gefragt, den kleinen Anstieg meistern wir aber gut. Etwas erhöht geht es jetzt durch die Feldmark, der Weg ist hier gepflastert, aber leider durch landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr in bestem Zustand. Wir sind froh das die Räder gefedert sind. Am Ende der Felder wartet dann die größte Herausforderung des Tages: 100 Meter mit 25% Steigung! Wir nutzen all unsere Kraft….müssen aber dennoch nach halber Strecke absteigen und schieben den Rest der Steigung unsere Räder. Radlern mit Gepäck sei empfohlen, direkt von Beginn an zu schieben, diese Steigung zu fahren werden wohl nur die wenigsten schaffen. Oben angekommen, im schattigen Wald, warten Bänke für eine Pause. Aber auch wer direkt weiterradelt kann sich erholen. Nicht steil aber stetig geht’s jetzt 500 Meter bergab. Auf halber Strecke steht eine Halbschranke, hier ist Vorsicht angesagt. Der Weser-Radweg verläuft von hier an paralell zur Bahnstrecke, leicht wellig, aber dank gut geteertem Weg spielend einfach, geht die Radtour weiter nach Bad Karlshafen. Unser Zweiter Wendepunkt an diesem Tag. Die Kurstadt, im Dreiländereck Hessen-Niedersachsen- Nordrhein-Westfalen gelegen, bietet zahlreiche Möglichkeiten für eine Pause. Leider ziehen langsam Gewitterwolken auf, wir machen uns auf den Rückweg, wollen trocken beim Auto ankommen. Da die auf der anderen Weserseite verlaufende Alternativroute des Weser-Radweges aber unmittelbar an der viel befahrenen B80 verläuft, nehmen wir wie auf dem Hinweg die Hauptroute abseits des Straßenverkehrs. Die Strecke kenne wir jetzt ja bereits und so geht es zügig voran. Die 500m Abfahrt müssen wir nun bergauf bewältigen, die Steigung ist aber so leicht, dass das kein Problem ist. Es folgt die 25% Steigung vom Hinweg, die wir jetzt abwärts passieren müssen. Sofern Gegenverkehr herrscht sollte man hier auch bergab schieben, ein Schild verlangt das Absteigen sogar. Wer dennoch fährt, braucht sehr gute Bremsen, da der Weg am Ende im 90 Grad Winkel eng nach links abbiegt. Ab Hier geht es wieder flach und gemütlich wie auf dem Hinweg die Weser entlang. Jetzt am Nachmittag herrscht reger Radverkehr in beiden Richtungen. Gegen 15 Uhr beenden wir bei Gieselwerder nach knapp 50 gefahrenen Kilometern auf dem Rad unsere heutige Tour. Wir haben einen sehr schönen Abschnitt des Weser-Radweges kennengelernt, die Routenführung am Fluss und abseits des großen Verkehrs entschädigt dabei vielfach für die eine heftige Steigung die nahezu unfahrbar ist. Wir werden in jedem Fall weitere Abschnitte des Weser-Radweges im Weserbergland mit dem Fahrrad „erfahren“.

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