BauernLand & Weser: Eine Radtour mit echtem „Höhepunkt“

Es ist Sonntag. Wir haben uns heute eine Radtour vorgenommen, die anders sein wird, als wir es gewohnt sind. Fahren wir von unserem Wohnort Hameln sonst gerne den viel befahrenen Weser-Radweg, der immer an der Weser und damit durchgehend flach verläuft, wollen wir heute die Rundtour „BauernLand & Weser“ ausprobieren. Diese verläuft streckenweise zwar auch an der Weser entlang, ein Anstieg auf halber Strecke macht die Tour aber durchaus etwas anspruchsvoller. Der Radweg zweigt einige Kilometer südlich von Hameln, in Hagenohsen links ab und führt durch weite Felder und Wälder über Völkershausen und Börry zurück an die Weser. 35km liegen auf dieser Tour insgesamt vor uns, eine schöne Tagestour bei der Zeit bleibt für die ein oder andere Pause unterwegs.

Alles beginnt wie gewohnt, wir verlassen Hameln auf dem Weser-Radweg in südlicher Richtung. Die ersten Kilometer sind schnell erfahren, vorbei am Hamelner Ruderclub erreichen wir zunächst Tündern, den Ort wo eine markante Windmühle direkt am Weser-Radweg steht. Auf dem Weser-Radweg herrscht der übliche Radverkehr, ganz allein ist man bei gutem Wetter hier nie. In angepasstem Tempo reihen wir uns ein, sind aber froh, schon bald darauf in Hagenohsen den Radweg wieder zu verlassen. Sofort haben wir den vor uns liegenden Radweg wieder für uns allein. Was uns zunächst freut, sollte uns eigentlich nachdenklich machen. Wir durchqueren Hagenohsen und biegen am Ortsende rechts in einen Feldweg ein. Es folgt ein erster kleiner Anstieg, auch ohne aus dem Sattel zu gehen, leicht fahrbar, wenn auch der Untergrund sehr wellig ist und nicht an die Wegequalität des Weser-Radweges heranreichen kann. Dafür wird aber konsequent das Thema des Radweges bedient: wir fahren mitten durchs BauernLand, mitten durch weite Felder. Es geht wieder ein paar Höhenmeter bergab, die Räder rollen fast von allein. Es folgt: der Anstieg auf der kleinen Waldstraße in Richtung Völkershausen. Nicht zu steil, dafür aber zieht sich der Anstieg in die Länge. Im Wald haben erreichen wir den höchsten Punkt dieses Anstieges. Nach kurzer Trinkpause am Straßenrand setzen wir die Fahrt fort. Wir denken wir haben den Anstieg überwunden…….

Leider habe Ich aber das Höhenprofil nicht genau genug studiert…nach kurzer Abfahrt nach Völkershausen nämlich stehen wir vor der eigentlichen Herausforderung: Die kleine Nebenstraße, über die unsere Route nach Börry verläuft zweigt rechts ab und führt schnurgerade mit 15% Steigung den Berg hinauf. Auf 1,5 Kilometern sind hier ca. 60 Höhenmeter zu überwinden. Wir geben unser bestes – und müssen dennoch passen, steigen nach einigen Metern vom Rad und schieben den Berg hinauf. Um eine solche Steigung problemfrei fahren zu können, brauch es wohl mehr Training – oder ein eBike. Es folgt eine ebenso steile Abfahrt hinunter in das kleine Bauerndorf Börry. (Die Tour andersherum zu fahren ist also auch nicht hilfreich, auch dann hat man einen sehr steilen Anstieg)

Hier machen wir eine Pause und besuchen das „Museum für Landtechnik und Landarbeit“. Auf einem großen Hofgelände – fast schon ein eigenes Dorf im Dorfe – sind hier alte Traktoren, Feld- und Maschinentechnik aus der frühen Bauernzeit ausgestellt. Eine Schmiede und eine Stellmacherei können besichtigt werden. Ein gastronomisches Angebot lädt zur Pause ein. Nach dem Besuch diverser Scheunen wollen wir aber weiter. Die Tour BauernLand Weser führt durch Börry über das Bauerndorf Frenke nach Hajen an die Weser. Wir gönnen uns eine Abkürzung und fahren von Frenke aus direkt hinunter zur Grohnder Fähre. Das dortige Wirtshaus „Grohnder Fährhaus“ direkt an der alten Gierseilfähre hat gerade nach mehrjährigem Umbau neu eröffnet. Schon bei der Anfahrt bemerken wir, das wir nicht die einzigen sind, die mitbekommen haben, dass man hier wieder einkehren kann. Der Parkplatz ist voll. Autos und Motorräder parken in jedem verfügbaren Winkel, die Radabstellanlage ist völlig überfüllt. Ähnlich sieht es dann auch im Wirtshaus und Biergarten aus. Wir beschränken uns auf die Kurzbesichtigung, bekommen keinen freien Tisch, und fahren somit weiter. Getestet wird diese Gastronomie also erst bei einer der nächsten Radtouren. Gut das wir selbst Getränke dabeihaben und somit nicht auf eine Gaststätte angewiesen sind. Wir folgen ab hier dem Weser-Radweg zurück in Richtung Hameln. Auch hier sind wir nicht allein auf dem Radweg. Bei Latferde müssen wir den Radweg verlassen und auf die parallel durchs Dorf verlaufende Kreisstraße ausweichen: Frühjahrshochwasser macht den Weser-Radweg an dieser Stelle an diesem Tag unpassierbar. Hinter Latferde ist der Weser-Radweg dann wieder befahrbar und wir können dem Autoverkehr wieder etwas entfliehen. Kurz vor Hagenohsen steht das Wasser dann nochmal bis an den Wegesrand, aber auch diese Stelle lassen wir schnell hinter uns.

Wir unterqueren die Emmerthaler Eisenbahnbrücke, Tündern kommt in Sicht und somit ist Hameln nicht mehr weit. Nach der „Mauer von Völkershausen“ sind wir ganz froh, dass es ohne weitere Steigungen zurück nach Hameln geht. Nur an der etwas maroden Löwenbrücke über die Fluthamel ist nochmal schieben angesagt – die Holzrampen sind zu steil zum Radfahren – und dann erreichen wir auch schon wieder Hameln. Eine schöne Radtour liegt hinter uns, dennoch meinen wir, dass man für diese Tour durchaus geübt sein sollte auf dem Rad. Oder man muss den Berg eben schiebend erklimmen, so wie wir….

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