Kanutour Svartälven, 14 Tage Outdoorleben in Zelt und Kanu, Sommer 2015

1. Etappe, 18.07.2015:

Nach langer Fahrt erreichen wir in den frühen Morgenstunden zunächst den kleinen Ort Nysäter. Hier verabschieden sich die deutschen Busfahrer und übergeben den Bus an einen schwedischen Fahrer, der uns von hier aus zunächst nach Sävsjön/Bergslagsgarden bringt. Auf dem dortigen Naturcampingplatz befindet sich die Rucksack Reisen Basis für die Touren am Svartälven und den Kindertraum Älgen. Der schwedische Busfahrer war hier noch nie, verpasst eine Abfahrt und fährt dann, nach meinem kartenmaterial, über einen anderen Weg zum Naturcampingplatz. Über eine Brücke, die alt ist und eigentlich nicht unbedingt für das Gewicht der Busse ausgelegt. Die Brücke hält aber, auch wenn das beim Team vom Bergslagsgarden leicht entglittene Gesichtszüge hervorruft. Als wir ankommen ist es 10:15 Uhr. Wir packen sämtliche Ausrüstung in den Bus und tauschen den Anhänger aus Deutschland mit dem Kanuanhänger auf dem bereits unsere Boote aufgeladen sind. Alles ist etwas chaotisch, aber schon bald geht es weiter nach Tyfors, wo die Tour starten soll. Der Busfahrer bringt uns direkt zum Fluss. Über einen Waldweg, den ich noch nichtmal mit dem PKW hätte fahren wollen. Aber auch das klappt einwandfrei, wir entladen die Boote, packen die Tonnen und machen uns Abfahrbereit. Die Jugendgruppe, die mit uns parallel unterwegs ist, baut Ihre Zelte auf und startet erst am Folgetag. Es ist Mittag und so machen wir zunächst eine Essenspause und Vorstellungsrunde, bevor alle sich einmal testweise in die Boote begeben. Nach etwas üben kann das beladen beginnen und die Kanu-Tour starten. Es ist bereits Nachmittag und so fahren wir an diesem Tag nur noch kurze 6 km und suchen dann einen Rastplatz für die Nacht. Die vorrangegangene nächtliche Busfahrt hat Kraft gekostet und so sind abends alle froh in die Zelte zu kommen.

2.Etappe, 19.07.2015

Nach einem Guten Frühstück und erneutem packen, sitzen wir wieder im Boot. 3 Umtragestellen gilt es heute zu bewältigen, die Wasserkraft

des Svartälven wird hier zu Strom. Die erste Umtrage ist die wohl kürzeste und beste der gesamten Tour. Hier wird rechtsseitig nur ein Straßendamm umtragen, nichtmal 100m Landstrecke sind schnell bewältigt und wer mag nutzt die Gelegenheit: Eine Trockentoilette steht für Paddler bereit. Es folgen weitere 500 Paddelmeter, wir erreichen das erste größere Kraftwerk. Ausgesetzt wird rechtsseitig an einer flachen Aussatzstelle, wir nehmen die Boote aus dem Wasser, Heben sie auf die Bootswagen und schieben Sie zum nahegelegenen Kanurastplatz und verbringen hier unsere Mittagspause. Nach Stärkung nehmen jeweils 4 Mann ein Boot und bringen es einen teilweise steilen Weg den Staudamm hinab zur Wiedereinsatzstelle. Dieses Prozedere kostet Zeit, aber wir haben es ja nicht eilig. Es folgt ein kurzes Stück auf dem Fluss, nach knappen 1,5 km steht uns allerdings der nächste Staudamm im Wege, wieder müssen die Boote raus, die dritte Umtrage steht an. Wieder geht es Rechtsseitig aus dem Wasser. Mit etwas Kraft schieben wir die Boote zunächst einen Damm hinauf und auf der anderen Seite wieder runter, an der Einsatzstelle liegen einige grosse Steine, Mit Holzbohlen wurde aber eine Art Rutschbahn für das Boot gebaut, über die man es zu Wasser lassen konnte. Wir fahren einige km den Fluss hinunter, passieren die Einmündung des Eriksdalälven und erreichen direkt hinter einer Straßenbrücke unseren heutigen Rastplatz. Abends setze Ich mich alleine ins Boot und fahre gegen die Strömung noch einmal hinauf und erkunde den Eriksdalälven ein Stück weit.

3.Etappe, 20.07.2015

Die 3. Etappe. MEIN TAG. (oder so ähnlich). Aber der Reihe nach: Am späten Vormittag geht es los, über langgestreckte Seen geht es den Svartälven hinunter bis nach Älvsjöhyttan. Wir finden die Aussatzstelle linksseitig und portagieren bis zum Kanurastplatz Älvsjöhyttan (300 Meter). Dort angekommen machen wir Mittagspause. Ich ziehe bei warmer Sonne meine Olivgrün-graue Schwimmweste aus und lege Sie, nein, leider nicht ins Boot, sondern an den Übergang zwischen grünem Gras und grauen Steinen der Feuerstelle. Beim Aufbruch liegt die Weste dort noch immer und bleibt einsam zurück. Nach einigen hundert Paddelmetern möchte Ich meine Schwimmweste anziehen, finde Sie jedoch nicht, wie gedacht, im Boot vor. Die Strömung trägt uns weiter…. und bis wir einen Anlandepunkt finden sind 2 Flusskilometer „geschafft“. Da die Weste nicht auffindbar ist, war klar: Die liegt noch am Rastplatz. Waldwege sind in Schweden nicht überall zu haben, und so trete ich meine Wanderung zurück zum Kanurastplatz querfeldein, mitten durch den Wald, an. Die anderen warten. Laufen ohne Pfad oder Weg gestaltet sich schwierig, nach ca. 20 Minuten erreiche ich die Straße nach Älvsjöhyttan, nach weiteren zehn Minuten ist der Kanurastplatz erreicht. Ich habe meine Schwimmweste wieder und mache mich auf den Rückweg. 200 Meter lang mit zwei Sandalen an den Füßen, dann gibt die rechte Sandale auf, Riemenhalterung am Fersenriemen gerissen. Es muss also einseitig Barfuss weitergehen und ich will nicht zuviel Zeit verlieren, die anderen warten ja. 500 Meter weit geht dies ganz gut, teils auch im Laufschritt. Dann verliere ich auch die zweite Sandale, ebenfalls eine Halterung gebrochen. Beide Schuhe in die Hand genommen merke ich schnell, das der Straßensplit nicht für Barfusstouren gemacht ist. Ich wechsele schnell wieder in den Wald, das Moos ist weich, dennoch setzen Ästchen, Dornen etc den Füßen etwas zu. Nach einer knappen Stunde erreiche ich so den Rest der Gruppe. Es folgt der Wiedereinstieg am Steilufer. Oder zumindest der Versuch. Denn, damit das Tagesglück perfekt wird, kentere Ich beim Einstieg mit der heute in meinem Boot sitzenden Nico durch. Die Tonnen schwimmen, das Boot läuft voll…und wir stehen im Hüfthohen Wasser. Ist aber wärmer als gedacht und nachdem Tonnen und Material gesichert sind, legen wir uns trocken, packen das Boot erneut, und steigen wieder ein. Diesesmal mit Unterstützung der anderen Boote, die uns stabilisieren. Diesesmal trocken! Um eine Erfahrung reicher (Lass niemals deine Schwimmweste irgendwo liegen!) geht es wieder los auf dem Svartälven. Wir erreichen am frühen Abend Vraket, ein Kanurastplatz mit großer Zeltwiese. Der Shelter am Ufer ist belegt, aber es bleibt genug Platz. Ich reinige meine Füße und verbinde die Wunden. Glücklicherweise ist nichts tieferes dabei, nach Desinfektion und Verbinden sind die Füße schnell wieder in Ordnung. Die einen Tag nach uns in Tyfors gestarteten Jugendlichen erreichen uns am Abend. Die Sandalen werden mit Zwirn repariert. Für den Rest der Tour sollten Sie so halten.

4.Etappe, 21.07.2015

Nach gutem Frühstück starten wir noch vor den Jugendlichen auf unsere 4. Etappe. Nico will nicht mehr mit mir mitfahren, warum nur? 😉 und so sitzt erneut Grit mit im Boot. Am Kanurastplatz Vintersjön machen wir Mittagspause, die Jugend holt auf und biegt bald darauf ab in den Tvärälven in Richtung Lesjöfors. Um die Gruppen räumlich etwas zu trennen fahren wir den Svartälven weiter gen Süden und erreichen unser Tagesziel, den Shelter Risforsberget. Hier verbringen wir unseren ersten Pausentag.

5.Etappe, 23.07.2015

Nach zwei Nächten in Risforsberget geht es wieder los mit den Booten, immer dem Verlauf des Svartälven folgend, der hier immer wieder kleinere und größere Seen durchquert. Und da dies oft künstliche Stauseen sind, „erfreuen“ wir uns erneut an Umtragen. Am Örlingsdammen geht es diesmal linksseitig aus dem Wasser. Immerwieder eine schwere Aufgabe die Boote auf die Transportwagen zu hieven und festzuschnallen. Das gute an dieser Umtrage: Es gibt eine Toilette, und eine Entsorgungsmöglichkeit für den mittransportierten Müll. Mindestens ein Boot wird also erleichtert. Über einen Schotterweg erreichen wir das Nordende des Sees Örlingen. Nicht alle in der Gruppe sind motiviert, die Umtrage dauert relativ lange. Dann geht es weiter. Wir paddeln nach Süden, verlassen Värmlands Län und erreichen Örebro Län. Wir erreichen den kleinen Ort Silvergruvan, tragen die Boote am Stauwehr vorbei um. Hier besteht die Möglichkeit Silberminen zu begehen und einen Berg mit toller Aussicht über den Svartälven zu erklimmen. Der bekannte Wanderweg Silverleden führt hier entlang. Die Gruppe möchte aber weiterpaddeln, und so setzen wir die Boote wieder ein und paddeln bis zum 1,5 km südlich gelegenen Kanurastplatz Silvergruvan. Mittagspause mit Kaffeekochen etc. Gregor und Ich machen uns von dort noch auf den (Wander-)Weg und erklimmen den Stolberget. Nach knappen 1,5 Stunden sind wir zurück, die Kanutour wird fortgesetzt. Auf weitgehend schmalem Fluss erreichen wir auch dank Strömung schon bald unser heutiges Ziel: Den Shelter Avlägget. Ein Regenschauer erreicht uns, als die Zelte bereits stehen. Direkt hinter dem Rastplatz ist eine Offroad-Motorrad-Rennstrecke. glücklicherweise aber nicht in Benutzung. Wir erkunden per Wanderung noch etwas die Umgebung. Immer wieder ereilen uns Regenschauer.

6.Etappe, 24.07.2015

Ein großer Tag! Nach ausgiebigem Frühstück starten wir auf dem Svartälven durch und erreichen ganz bald die Zivilisation. Wohnhäuser, Fabriken, Menschen und Leben! Phantastisch! Wir sind in Hällefors, fragen uns zum Supermarkt durch und stocken unsere Lebensmittelvorräte auf. Chips, Haribo und Schokolade kann man nie genuig haben, gekauft werden aber auch Würstchen, Sauerkraut, neuer Tee (wir haben hohen Teeverbrauch!), Müsli und einiges mehr. Fleisch erjagen wir in Form von den berühmten schwedischen „Köttbullar“. Auch wenn mit einem Blick auf die Zutatenliste schnell klar wird, das hier Kartoffelmehl und diverse Chemie dominiert. Egal. Am Ufer des Svartälven machen wir lange Mittagspause, dann nehmen wir die nötige Portage in Angriff. Vorbei an Kirche und Friedhof führt uns der Weg wieder an den Fluss. Es geht steil einen Pfad hinab zum Fluss, das wiedereinsetzen der Boote erfordert Kraft. Aber auch das meistert die Gruppe gemeinsam. Wir folgen dem nun wieder sehr ruhig fliessenden Svartälven einige Kilometer Südwärts. Heftiger Gegenwind kommt auf, die Paddelkraft muss erhöht werden, sonst würden wir wohl rückwärts treiben. In Hammarn folgt eine Umtragestelle. Hier muss tatsächlich getragen werden. Nur 100 m, aber steil und unwegsam. Beim Wiedereinstieg rutscht diesesmal Grit weg und geht teilweise baden. Schnell setzen wir die Fahrt fort, nur einen Kilometer weiter liegt unser Tagesziel, der Shelter „Hammarn“. Dort fliesst der Svartälven in den Torrvarpen, heftige Wellen schlagen uns entgegen, der Wind weht stürmisch aus Süden. Der Rastplatz ist eng, aber mit gutem Zeltaufbau finden alle 6 Zelte genügend Platz. Es gibt Köttbullar zum Abendessen, müde fallen alle ins Bett. In der Hoffnung, das der Wind am frühen morgen eine Pause macht, verabreden wir einen Frühstart am folgenden Tag.

7.Etappe, 25.07.2015

Der Frühe Start gelingt gut, der Torrvarpen hat sich beruhigt und wir paddeln in der Morgensonne durch den See. unterqueren Bahnlinie und Straßenbrücke bei Grythyttan, und folgen dem Svartälven nach einer Frühstückspause im Boot durch den Södra Torrvarpen gen Süden. In Älvestorp erreichen wir das Südende des Sees und setzen die Boote aus. An der Umtragestelle treffen wir deutsche, die uns den Umtrageweg beschreiben. Die Ausschilderung sei falsch, das liege an einer Kraftwerksbaustelle. Vorbei an dieser Baustelle schieben wir die Boote also die Straße entlang, finden nach ca. einem Kilometer tatsächlich die Stelle zum Wiedereinsetzen. Von Hier aus queren wir nur noch den See und erreichen den Shelter Knuffudden. Wenn man so will, der Unglücklichste Rastplatz der Reise, da hier einige erkranken.

Etappe 8, 27.07.2015 bei wind direkt übern See kreuzen, Martin/Sara , Gregor/Nico, Karin/Grit

Nach einem Tag Pause sollte es weitergehen, nachdem 2/3 der Teilnehmer zwischenzeitlich von Durchfall und Erbrechen heimgesucht wurden, waren die meisten wieder soweit genesen, das gepaddelt werden konnte. Marion war weiterhin krank, und so saß Sie im mit 3 Personen besetzten Kanadier mit Melli und Renate und musste nur wenig paddeln. Es war windig, der Wind kam aus Süden, drehend auf Süd-Ost. Da der See von West nach Ost zu überqueren war, also genau von der Seite. Melli sagte an, das wir uns beim paddeln nach dem Wetter richten. Diese Ansage war am Ende dann nicht präzise genug und bot genug Raum zur Interpretation. Und so kam es, das Ich zusammen mit Sara im Boot gegen die Wellen ankreuzte, um den See möglichst schnell zu queren, wärend Melli sich entschied unter Land den Wellen entgegen zu fahren bis Sie im Schutz einer Insel nachlassen. Ein weiteres Boot, Rebekka und Natascha folgten Ihr, die zwei restlichen Boote folgten mir. Die Gruppe wurde also getrennt. Eigentlich war dies nicht Ziel der Sache, wir querten den See und warteten in einer Ruhigen Bucht mit Sandstrand auf die zwei Boote, die die Strecke nach Süden gewählt hatten. Nach einer Stunde tauchten diese von Süden kommend wieder auf, hatten einen Umweg von 4,5 km hinter sich, fühlten sich damit aber sicherer. Insgesamt sind also alle ans sichere andere Ufer gelangt ohne zu kentern oder andere Probleme. Die Gruppe war wieder vereint, zusammen wurde die folgende Portage in Angriff genommen. Steil ging es den Berg hinauf, sechs Personen nahmen ein Boot um es nach oben an die Straße zu bringen. danach ging es nur wenig flacher wieder hinunter zum Lundsfjärden, dem nächsten See. (An der dortigen Einsatzstelle war zu erkennen, das nicht nur unsere Gruppe von Durchfall geplagt war…) Damit keine weitere Gruppentrennung erfolgte, übernahm Melli mit Ihrem Boot nun die Führungsposition und wir fuhren langsam hinterher. So langsam war es Zeit für die Suche nach einem Lagerplatz. In einer ruhigen Bucht warteten zwei Boote mit müden Paddlern, wärend die anderen drei Boote ausschwärmten um einen Lagerplatz zu finden. Nach einiger Suche fanden wir diesen auf einer Landzunge, ein wirklich schön gelegener wilder Zeltplatz, gezeltet wurde direkt auf einem dicken Polster aus Heidelbeeren.

9.Etappe, 28.07.2015 . Abend-Nachtpaddeln

Gegen 18 Uhr paddeln wir los. Der Wind hatte nachgelassen und so wurde der Lundsfjärden schnell gequert. Nun wurde die Aussatzstelle für die Umtrage in den Sundsjön gesucht. Wir waren jetzt am südlichsten Punkt der Tour, durch Sundsjön, und Halvtron sollte es in mehreren Tagen weiter in den Sör- und den Norr-Älgen gehen, von dort dann weiter zurück bis zum Bergslagsgarden Naturcamping. Leider war das vorhandene Kartenmaterial von Rucksack-Reisen veraltet, so dass wir die Aussatzstelle erst nach Rücksprache mit schwedischen Anwohnern fanden. Ob der fortschreitenden Uhrzeit waren einige müde, Marion ja ohnehin geschwächt und so zog sich die Umtrageaktion etwas hin, auch weil zunächst der richtige Weg gefunden werden musste, die Karten waren ja an dieser Stelle deutlich falsch. Nach einigem Suchen konnte dann in den Sundsjön eingesetzt werden, es dämmerte bereits, der See war aber komplett ruhig, keine Wellen und der Wind hatte sich beruhigt. So paddelten wir durch wunderschöne Naturlandschaft gen Norden, vor uns waren Bieber zu sehen, der Tag ging zuende, es wurde zusehends dunkler. Ankunft um 22 Uhr am Nordende des Sundsjön. Melli hatte gehofft noch bis in den Halvtron zu gelangen. Nachdem Ich den Portageweg erkundet hatte und dieser so matschig und verwurzelt war, und zudem Bäume quer lagen (der Bieber hatte ganze Arbeit geleistet) und man mittlerweile, insbesondere im Wald, kaum die Hand vor Augen sehen konnte, wurde beratschlagt und meinem Vorschlag gefolgt und gemeinsam entschieden vor Ort zu bleiben und die Zelte aufzustellen. Wir fanden eine Schotterfläche vor. Klingt nicht nach dem bequemsten Schlafplatz, war im nachhinein aber gut und definitiv die richtige Wahl. Die Portage folgte somit gleich am nächsten Morgen.

10.Etappe, 29.07.2015

Nach der Nacht auf dem Schotter nehmen wir die Portage in Angriff. Auch bei Tageslicht ist der Weg eher abenteuerlich zu begehen. Schlamm und Wurzeln wechseln sich ab, einer der Bootswagen gibt unter der Last und den Wurzelschlägen nach und ist in der Folge zunächst nicht mehr nutzbar. Es dauert einige Zeit, bis alle Boote am Ufer des Halvtron zur Weiterfahrt bereit liegen. Marion geht es immernoch nicht besser, sie fällt die Entscheidung die Tour abzubrechen. Wir durchpaddeln den Halvtron bis zum Durchbruch in den Sör-Älgen, an der dortigen Strassenbrücke wartet bereits das Team vom Bergslagsgarden, Marion wird abgeholt und zunächst in einem Bed&Breakfast in Grytthyttan untergebracht. Wir nutzen die Chance auch gleich überzähliges Material bereits wieder mit zurück zum Bergslagsgarden zu geben. Nachdem wir Marion verabschiedet haben, fahren wir in den Sör-Älgen ein. Es ist wiederum windig-wellig, so das beschlossen wird unter Land eine Bucht auszufahren, anstatt den See direkt zu queren und nach Norden zu paddeln. Das sind gute 2-3 km Umweg, aber wir kommen gut vorran. Im Schutze des Ufers können wir nach Norden drehen und fast ohne Wellen den Sör-Älgen geniessen. Am Abend erreichen wir, nun nur noch zu zehnt, den Kanurastplatz in Svanvik.

11.Etappe, 30.07

Die elfte Etappe führt uns zunächst nach einem Kilometer Paddelstrecke an den Strand am Nordende des Sör-Älgen. Melli möchte baden gehen, muss dafür aber recht weit hinauslaufen, die Bucht ist sehr sehr flach. Nach entsprechender Pause, steht die Portage an. Durch Sikfors hindurch gelangen wir an das Wehr, welches den Norr-Älgen nach Süden hin abschließt. Wir setzen die Boote wieder ein, es beginnt zu donnern…. und wir setzen 50 Meter weiter wieder aus, flüchten uns unter eine Plane und warten ein Gewitter mit heftigen Regenschauern ab. Nach einiger Zeit soll weitergepaddelt werden, wir kommen nichtmal einen Kilometer weit, fahren an den Strand…und es folgt eine lange lange Regenpause, während derer die Boote so voll Wasser laufen, das nach dem Regen zunächst mit Tassen geschöpft werden muss. Bevor die Boote wieder fahrbereit sind. Dann fahren wir auf dem Norrälgen weiter und erreichen „unseren“ Shelter Kaxstärn. Die parallel zu uns reisende Jugendgruppe und der Kindertraum Älgen sind nur 2 km entfernt auf dem Rastplatz „Sundsudden“, und so gehen wir auf Wanderschaft, besuchen die Jugend und versorgen Sie mit einigen dort knapp gewordenen Lebensmitteln. Wir bekommen nichts zurück, außer der Tatsache das wir die Sachen eh nicht mehr brauchten und unsere Boote leichter wurden. Am Shelter Kaxstärn ist es eng, wenig Platz für Zelte, und so zelten 2 Personen im Innenbereich des Shelters.

12. Etappe, 31.07.2015

Es ist Freitag. Vor genau zwei Wochen sind wir in Münster und Hamburg gestartet mit dem Reisebus, heute wird unsere Tour auf dem Naturcamping Bergslagsgarden zuende gehen. Wir paddeln vorbei am Rastplatz Sundsudden mit den Jugendlichen und dem Kindertraum gut belegt, am Nordende des Norrälgen erwartet uns Schilf und ein Fluss mit vielen Windungen, alle Steuerleute haben gut zu tun um die Boote um die Kurven zu lenken. Wir sehen Entenfamilien mit frischem Nachwuchs am Ufer, putzige kleine Federkugeln. Ein Stück den Fluss hinauf erreichen wir das nächste Kraftwerk. Ein letztes Mal müssen wir die Boote umtragen. Geht es zunächst steil einen Abhang hinauf, können die Boote oben dann auf den Bootswagen verzurrt werden, und über Schotterwege und Straße erreichen wir bald schon den Stausee oberhalb des Dammes. Die Boote werden eingesetzt und ab jetzt paddelt jeder dem Ziel entgegen. Der eine schneller, die anderen langsamer. Unter Brücken erwartet uns mehrfach starke Strömung, aber mit kräftigen Paddelschlägen ist auch das locker zu schaffen. Über mehrere kleinere Seen paddelnd passieren wir Bergslagsgarden, Nordwestlich davon ist unser Endziel nach kurzer Zeit in Sichtweite. Die Bekannten Pilzartigen Zeltkonstruktionen von Rucksack-Reisen stehen bereit, die Boote werden entladen, gereinigt, die verbliebenen Lebensmittel sortiert. Leider gibt es keine richtigen Duschen am Campingplatz, und da das Haupthaus geschlossen wurde, auch dort nicht. Auch der Souvenir-Shop fällt spärlich aus. Und doch investiere ich meine verbliebenen schwedischen Kronen gerne. Es gibt Wollmützen. Definitiv das richtige Mitbringsel aus einem schwedischen „Sommer“-Urlaub, bei dem das Thermometer nur ganz selten die 18 Grad überschritten hatte und wir mehrheitlich Regentage hatten. Nächstes Jahr wird es bestimmt wieder besser… auch wenn ich dann die gekauften Wollmützen natürlich bereithalten werde!

Eine Karte der Tour gibt’s hier: https://www.google.com/maps/d/edit?hl=en_US&mid=zKygAlrg9SdY.keqvgdkiHh6U Viel Spaß beim nachpaddeln! Kanus bekommt Ihr vor Ort von http://www.outdoor-sweden.com

Alternativ gibt’s die Tour bei Rucksack Reisen mit Begleitung und Reisebusanreise.

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