Ein Wintermärchen: Mit dem Huskyschlitten durch Dalarna

Wie schon im vergangenen Jahr, war Ich Ende 2016 wieder in Dalarna unterwegs. Wieder war das Wintercamp Idre mein Ziel. Die Schneebedingungen waren in diesem Jahr wesentlich besser als im Vorjahr und spontan entschloss Ich mich mir selbst ein Weihnachtsgeschenk zu machen: Am 24.12.2016 mit dem Hundeschlitten durch die märchenhaft weiße Winterwelt Dalarna zu fahren.

Vorerfahrung? Keine! Ich habe keine Haustiere, auch keinen Hund und auch sonst keine Beziehung zu diesen Tieren. Empfehlungen, so etwas einmal zu machen hingegen gab es stapelweise. Also los. In Drevdagen, nicht weit von der norwegischen Grenze warteten schon drei sympathische Schweizer auf uns: Beat und Dominique Widmer, die Betreiber der dortigen Hundefarm Wyugas und Res, den Ich im Sommer wärend meiner Rogen-Röa-Femund-Tour bereits als Campleiter in Idre kennengelernt hatte und der den Winter über hier auf der Hundefarm mithilft.

Zunächst wurden wir mit der nötigen Ausrüstung versorgt: Dicke Winteroveralls und Winterboots mit der nötigen Isolation die man braucht, wenn man bei zweistelligen Minusgraden 3-4 Stunden auf dem Schlitten verbringen will.

Dann ging es raus in den weitläufigen Hundezwinger. Es dauerte keine Minute und schon zogen mich die Huskys in Ihren Bann. Diese Augen! Die wunderschönen Fellzeichnungen, jede einzigartig! Und zutraulich waren Sie, als ob sie mich schon ewig kennen. Mich, der wie gesagt vorher nicht viel Berührungspunkte mit Hunden hatte.

Meine 2 Begleiter und Ich bekamen nun zunächst eine theoretische
Einführung ins Schlittenfahren, die Hunde waren derweil kaum zu bremnsen und wollten am liebsten sofort loslaufen. Die Einweisung war somit kurz und relativ schnell wurden vor jeden Schlitten 4 Hunde gespannt, Gastgeberin Dominique fuhr mit einem größeren Gespann vorne und wir sollten einfach folgen. Nach einem blitzartigen Start ging es leicht bergab hinunter auf den Stordrevdagsjön. „Meine“ Huskydamen ware sich aber noch etwas uneins und wohl auch nicht die kräftigsten, so das Ich kurzerhand noch 2 Hunde dazu bekam, und nun ein Gespann mit 6 Hunden unterwegs war.

Nachdem die Gespannkonstellationen also zusammengestellt waren, fuhren wir hinein in die traumhafte weiß verschneite Winterwelt Dalarnas. Lenken kann man die Schlitten nur bedingt mittels Gewichtsverlagerung, nach einiger Übung ging das ganz gut, die Hunde allerdings kannten Ihren Weg, immer dem vorrausfahrenden Gespann von Dominique hinterher, so dass man den Weg  auch als Neuling nicht verfehlen konnte.

3 Stunden auf dem Schlitten vergingen wie im Fluge, manchesmal auch ebenso schnell, die Hunde sind bemerkenswert und kaum zu bremsen, wenn Sie einmal in Fahrt sind, wollen sie laufen…und am liebsten gar nicht mehr aufhören. Die hügelige Landschaft wechselte sich ab mit Passagen über zugefrorene Seen, dichter Wald wechselte sich ab mit weiten Freiflächen. Und die Stille ohne Motorenlärm durch die Natur zu gleiten ist atemberaubend, geradezu magisch. Ein idealer Ort um abzuschalten, und ins Träumen zu geraten.

Auch das Wetter war uns wohlgesonnen. Neben bester Schneelage verwöhnte uns auch die um diese Jahreszeit nur wenige Stunden über den Horizont scheinende Sonne.

Nach gut 3 Stunden war dann die Hundefarm wieder in Sicht…und eigentlich wollte ich gar nicht mehr weg. Eigentlich wären Ich und die Hunde wohl am liebsten gleich noch eine Runde gefahren. Beim nächsten Mal vielleicht…

Auch beim abschirren der Hunde wieder Zutraulichkeit pur. Ein unbeschreibliches Erlebnis … und für mich das wohl beste Weihnachtsgeschenk der Welt. Noch nie habe ich den Heiligabend so gut genutzt wie im Jahr 2016!

Unbedingt empfehlenswert, im Grunde genommen ist das Hundeschlitten-Fahren eine Aktivität die man im verschneiten Darlarna in jedem Falle einmal ausprobieren sollte, wenn die Chance dazu besteht. Angeboten wird dies vielerorts, wärend man aber in touristischen Hauptorten wie dem Idre Fjäll sich die Pisten mit Skifahrern, Reitern, Winterwanderern und Motorschlitten, eben dem generellen Betrieb in einem Skigebiet teilt waren wir nur eine Autostunde weiter in Drevdagen allein in der herrlichen Natur unterwegs.

Rogen-Röa-Femund: Mit dem Wanderkanu von Schweden nach Norwegen (Teil 2)

(hier geht es zu Teil 1)

Nach dem Ruhetag am Roasten an der Röa in Norwegens Femundsmarka starten wir erneut durch. 4,5 Kilometer Seestrecke liegen vor uns, bevor erneut Stromschnellen und Wasserfälle umtragen werden müssen. Wir kommen gut voran, durchpaddeln an diesem Tag Roasten, Djuphaen und Vollhaen, die dazwischenliegenden Stromschnellen sind größtenteils paddelbar, wenn auch manchmal mit reduziertem Gepäck und nur einer Person pro Boot. Die, die nicht mitpaddeln, laufen am Ufer parallel. Am Ende des Vollhaen schlagen wir am linken Ufer unser Lager auf. Es gibt hier keine Hütte, ein selbstgespanntes Tarp muss als Schutz vor heranziehenden Regenfällen reichen. Die Mahlzeit fällt etwas knapper aus, Tassensuppen ergänzen unser Abendbrot. Größere Regenfälle erwischen uns hier glücklicherweise nicht, vom Femundsee weht aber ein kühler Wind zu uns hinauf.DSCI0125

Weiter geht es am folgenden Morgen mit der ausführlichen Besichtigung des nächsten Flussabschnittes. Mehre Wasserfälle, Schnellen, eine Schlucht liegen hier vor uns. die Röa führt relativ wenig Wasser, die Passagen sind allesamt verblockt, Bäume liegen quer. Wir treffen die Entscheidung zu portagieren. Material und Boote. Über eine Strecke von 1,3 Kilometern muss ALLES geschleppt werden. Über Trampelpfade und quer über blockige Felspassagen wuchten wir Boote und Material in mehreren Gängen an die Stelle, wo wieder eingesetzt werden kann. Dieses Unterfangen hält uns bis zum frühen Nachmittag auf, kostet viel Kraft. Fast alle fassen entsprechend mit an um die Umtrage gemeinsam zu bewältigen. Nur ein Gruppenmitglied setzt den Kurs der vergangenen Tage fort, lieber nur an sich selbst zu denken. Nun denn, Gruppenreisen sind halt nicht für jeden gemacht. Die Gruppe insgesamt hat das aber wenig gestört und man darf aber hoffen, dass der betreffende Teilnehmer sich und einer weiteren Gruppe das nicht erneut antut. Es ist offensichtlich, dass er sich wohl verbucht hat und nicht wirklich wohl fühlt auf dieser Expedition.

Erst auf dem Starrhaen können wir die Boote wieder einsetzen. 400 Meter dürfen wir paddeln, dann folgt die nächste Schnelle. Ein letztes Mal darf sich Johann allein im Wildwasser vergnügen, eine weitere Schnelle kann von allen, die möchten, befahren werden, und nach weiteren 400 Metern erreichen wir die Weite des Femundsees. Fast 60 km erstreckt sich dieser von Nord nach Süd, wir erreichen den See in etwa im nördlichen Drittel. Unmittelbar nach der Mündung der Röa finden wir am Dampferanleger unseren Rastplatz am Ufer des Femund-Sees. Neben dem normalen Abendessen kochen wir hier noch Pudding, den wir gemeinsam im Sonnenuntergang auf dem Dampferanleger genießen. 4 Tage liegen noch vor uns, bis wir in Elga abgeholt werden. 4 Tage an den Mückenverseuchten Ufern des Femundsees, eineinhalb Pausentage können wir also noch einlegen, und wären trotzdem noch rechtzeitig am Ziel. Die enorme Größe des Femund zwingt uns auch dazu jede Bucht auszufahren, eng unter Land zu paddeln, um zumindest einigermaßen Schutz vor Wind und Wellen zu finden.DSCI0159

22 Kilometer Strecke machen wir ohne größere Pausen, bis wir den nächsten Rastplatz und Dampferanleger erreichen. Der ein oder andere kommt langsam ans Ende seiner Kräfte. Lange Strecken auf einem See paddeln sich dann doch anders, als wir es von den kurzen Abschnitten auf der Röa gewohnt sind. Die Aussicht, es jetzt nicht mehr weit zu haben, hilft. Das Wetter verändert sich leider zum schlechteren, vermehrt regnet es. Der folgende Morgen ist der Erste, an dem das Frühstück in der Wartehütte am Dampferanleger eingenommen wird, das Wetter draußen ist zu ungemütlich und vor allem nass geworden.

Als es zumindest etwas windstiller und die Wellenlage besser wird, packen wir zusammen und paddeln weiter gen Elga. 2 Tage haben wir noch bis zur geplanten Abholung. Wir paddeln bis 1 km vor Elga, schlagen unsere Zelte noch einmal auf einem wilden Rastplatz auf. 2 Nächte wollen wir hier gemütlich verbringen, bevor wir zum Abholpunkt übersetzen. Bereits mittags sind wir da, schnell stehen die Zelte auf der flachen Wiese unweit des Seeufers. Auch ein Tarp ist schnell gespannt und da das Wetter weiter ungemütlich ist und Bewegung allemal besser als das sitzen im kalten Wind und Regen, machen wir uns zu Fuß auf nach Elga. Viel gibt es hier zugegebenermaßen nicht zu sehen. Kirche, Dampferanleger, Nationalparkzentrum und eine Tankstelle mit kleinem Supermarkt. Letztere zwei sind für Outdoor-Reisende beliebtes Ziel. In beiden gibt es Toiletten, was die Nutzung des Klappspatens unnötig macht, im Supermarkt gibt es außerdem diverse Getränke, Eis und ähnliches, auf das man in den letzten 11Tagen verzichten musste.

DSCI0177Auch den folgenden Pausentag verbringen wir bereits mit Spaziergängen nach und durch Elga, bevor wir am Donnerstag dann die letzte Kanumeile in Angriff nehmen. Hohe Wellen machen uns noch ein letztes Mal richtig nass, aber was soll´s. Wir haben es geschafft, sind am Ziel unserer Kanu-Expedition. Ohne größere Verletzungen und fast ohne Material-Schäden sind wir bis nach Elga gekommen. Gegen Mittag holt Robert uns ab, eineinhalb Stunden später sind wir zurück in Idre im Camp. Während die Sauna bereits angeheizt wird, putzen wir die Ausrüstung. Campleiter Res versorgt uns mit Lebensmittteln für das Abendessen…wir waren mit wirklich leeren Tonnen im Camp eingetrudelt. Alles was dabei war hatten wir verwertet, nicht ein einziges Mal Reste entsorgt. Eipulver, Milchpulver, Trockengemüse, alle Dosen sind leer. Brot haben wir nicht mehr und 2 Tonnen voller Müsli (insgesamt ca. 25 Liter!!!) haben wir mit 8 Personen vertilgt. Neben den regulären Brotbelägen waren von mir noch 8 Dosen Brotaufstrich mit auf Tour…und auch diese sind allesamt geleert worden. 8 hungrige Männer auf Outdoor-Tour eben. Zugenommen haben wir nicht, die Tour erfordert Kraft und Ausdauer, so dass viel Energie gleich wieder verbrannt wird.

Am Abend gehen wir in die Sauna, noch später am Abend wird der HotTub frei…und wir genießen das noch heisse Wasser unter dem nicht Dunkel werdenden freien Himmel. Am Freitag machen wir noch eine kurze Radtour ins Ortszentrum von Idre. Mitbringsel werden gekauft. Es folgt das große Kofferpacken, bevor der Campkoch Werner uns am Abend mit einem leckeren Grillbuffet versorgt. der Abend bzw. die Nacht werden lang, gemeinsam blickt man auf eine tolle Tour zurück, die Ich früher oder später wiederholen möchte. Am Samstag Nachmittag steigen wir in den Bus, und auch wenn auf Kopfhörer gerade wieder Eddie Vedder mich „Into the Wild“ singt, sind wir unumkehrbar auf dem Rückweg in die Zivilisation. Zurück in de20160716_143908n Alltag…auf das es nicht allzulange dauert, bis ich wieder raus darf in die Natur.

Vielen Dank an meine 7 Mitreisenden, es war eine super Gruppe. Johann/Iro Joe hat seine Aufgabe als Tourenbegleiter super gemacht und ich freu mich jetzt schon auf ein Wiedersehen. Wieder auf der Rogen-Röa-Femund Tour. Oder doch mal auf der Wellenritt-Tour? Mal schauen, wo es mich das nächsten Jahr hin verschlägt… Das Nachtreffen 2016 wird mich da sicher inspirieren…

Vielen Dank auch an Rucksack Reisen in Münster, die Touren wie diese mit Ihrer Planung und Reiselogistik im Hintergrund erst möglich machen. 5 Mal durfte ich jetzt schon dabei sein und wenn eines sicher ist dann, dass es nicht das letzte Mal war. Vielen Dank außerdem an die Campleitung in Idre, Res und Robert, die für uns die weiten Shuttlefahrten (ohne die diese Tour nicht machbar wäre) zu Beginn und wieder zurück ins Camp gefahren haben. Wir sehen uns wieder!

Rogen-Röa-Femund: Mit dem Wanderkanu von Schweden nach Norwegen (Teil1)

Einmal im Jahr muss ich Raus. In den Norden, wenn es geht. Bereits auf dem Rucksack-Reisen Nachtreffen 2015 gibt es erste Gedankenspiele, sich doch einmal auf die wildeste aller Rucksack-Reisen-Kanutouren zu wagen. Nachdem in den Vorjahren das Värmland, das Dalsland und der Svartälven erkundet wurden, soll jetzt die Tour Rogen-Röa-Femund folgen. Fit sollte man dafür sein. Und Gruppentauglich, steht im Katalog. Outdoor- udn Paddelerfahrung sollte man besser auch mitbringen, wenn man diese Tour erleben will. Paddeln kann Ich, dessen bin ich mir bewusst, Erfahrung auf Outdoor-Touren habe ich in den letzten Jahren sammeln können, aber nie war ich bisher so weit abseits jeder Straße und Zivilisation unterwegs. Es wird also Zeit!

Die Urlaubsplanung ergibt, dass nur die Tour Anfang Juli 2016 in Frage kommt. Und so beginnt meine Flucht aus dem Alltag am 01.Juli 2016. Die diesjährige Wanderpaddel-Tour führt also in unberührte, aber auch oftmals unwegsame Natur im Grenzgebiet der Provinz Dalarna in Schweden und der Femundsmarka in Norwegen.

Zunächst muss die lange Anreise in den Norden bewältigt werden, mit dem Zug geht es von Hameln nach Hamburg, ab Hamburg fährt uns dann ein Reisebus über Nacht nach Dalarna. Erstes Ziel ist hierbei wie schon bei der vergangenen Silvesterreise das Dörfchen Idre bzw. das dortige Aktivcamp von Rucksack Reisen welches wir am frühen Nachittag des 02.Juli erreichen. Bereits auf der Busfahrt hatte sich der Großteil der Gruppe zusammengefunden, die sich auf die Rogentour wagen wollten: 8 Männer, darunter zwei Polizisten, zwei Steuerberater, ein Hotel-Haustechniker, ein Kafferöstender Unternehmensberater und Ich (Online-Marketing), wollen gemeinsam die Herausforderung meistern, mit Wanderkanadiern von Schweden nach Norwegen zu paddeln. Der jüngste der Gruppe, unserer Tourenbegleiter Johann, ist 20 Jahre alt, will zukünftig Informatiker werden, bringt aber die erforderliche Erfahrung mit um den Wildwasserfluss Röa zu bezwingen. Der Rest der Gruppe ist alterstechnisch sehr verschieden, von 30 bis 60 ist alles mit dabei.

Der Nachmittag des ersten Tages in Schweden wird dazu genutzt Ausrüstung, persönliche Gegenstände und Kleidung sowie die für die kommenden 14 Tage benötigten Lebensmittel in Wasserdichte Tonnen zu verpacken, Boote werden ausgesucht und die gesamte Ausrüstung zum See transportiert. Eine kurze erste Tagesetappe auf dem Idresjön/Österdalälven führt uns zu einem Lagerplatz am anderen Seeufer. Zelte werden aufgebaut, die gesamte Ausrüstung gecheckt, Feuer gemacht und gekocht. Anfang Juli wird es in Dalarna kaum Dunkel, dennoch fallen wir, müde von der Busfahrt, relativ früh ins Bett.

Am nächsten Morgen, es ist Sonntag, packen wir die Ausrüstung zusammen und paddeln nach Idre zurück. Am Strand wartet schon der Kleinbus, der uns ins Käringsjövallen am Rogensee bringen wird. Ein Boot wird noch einmal getauscht, alles auf dem Anhänger und im Bus verstaut, und wir starten auf die 2-Stündige Fahrt die uns in die Wildnis des Rogengebietes führt. Aus der Musikanlage klingt der Soundtrack von „Into The Wild“. Es gibt wohl kaum bessere Musik als die Songs von Eddie Vedder um aus der Zivilisation zu flüchten und eine solche Tour zu starten.

In Tännäs besuchen wir den Wildnisladen. Neben der letzten Möglichkeit noch Ausrüstung/Kleidung, Mückenschutzmittel oder ähnliches einzukaufen gibt es hier die letzte Toilette für die kommenden 12 Tage. Nach kurzem Aufenthalt geht es weiter, Ziel ist ein Parkplatz kurz vor Käringsjövallen.

Eine Wanderpaddeltour beginnt auf einem Parkplatz, w305_DSC04714_5184x3888o weit und breit kein Wasser zu sehen ist? Ja! Sämtliche Ausrüstung muss zunächst 700 Meter durch den Wald getragen werden. (An dieser Stelle vielen lieben Dank an den Campleiter Res, der uns nicht nur bis hier hin gefahren hat, sondern auch bei dieser ersten Portage mit angefasst und uns etwas entlastet hat). Am Ende der Portage dämmert uns, warum man von einer WANDERpaddeltour spricht. Wir stehen am Öster Vingarna, dem ersten Wildnis-See auf dem Weg nach Norwegen. Es ist leicht sumpfig und die Mücken schwirren um uns herum. Hier beginnt also das Abenteuer in der nordischen Wildnis endgültig. Keine Straße mehr weit und breit, es gibt kein zurück. In 12 Tagen werden wir am Femund-See abgeholt. Wir durchpaddeln den Öster Vingarna durch diverse Buchten. Ein Rentier kreuzt schwimmend unseren Weg.

Wir erreichen am Südende des Sees unseren ersten Rastplatz. Die Gruppe ist bereits jetzt gut zusammengewachsen, schnell stehen die Zelte, Feuer wird gemacht, Essen vorbereitet. Am folgenden Morgen steht uns direkt eine wiederum 700 Meter lange Portage bevor. Doch bevor wir in die Zelte kriechen stehen noch zwei wichtige Programmpunkte auf dem Plan: Erstens: Um am folgenden morgen Kraft zu sparen bringen wir bereits jetzt 2 Boote an das Ende der Portage. Es ist ja ewig hell und somit keine Eile geboten. Zweitens: Leichtsinnigerweise hatte uns Tourenbegleiter Johann erzählt, das Ihm im vergangenen Jahr im Camp in Idre ein Irokesen-Haarschnitt geschnitten wurde. Das können wir auch auf Tour…und während die Sonne am späten Abend langsam untergeht und Millionen von Mücken ausschwärmen um Hautflächen zu finden die noch nicht mit Mygga, Nordic Summer, DEET, US622 oder Autan eingeschmiert sind, Fallen Johanns Haare. mit 2 Nagelscheren und Rasierer wird aus Johann „Iro-Joe“ und die Mücken finden seine noch nicht geschützte Kopfhaut dann auch gleich sehr anziehend.DSCI0033

Gegen 10 Uhr kommt am folgenden Morgen langsam Bewegung in die Gruppe und gegen Mittag sind endlich alle Tonnen, Packsäcke und Boote am Ufer des Stor Tandsjön. Wir setzen die Boote ein, 2,5 km See liegen vor uns, teilweise durchpaddeln wir sehr sumpfige flache Buchten…jetzt bloß nicht Kentern, sonst stecken wir bis zur Brust im Schlamm. Wir erreichen die Stelle an der ein kleiner Wildbach aus dem See ausfließt. Die Ausrüstung und der größere Canadier müssen umgetragen werden, mit den kleineren drei Booten zeigt uns Joe erstmals seine Wildwasserfahrkünste und fährt zumindest die Boote den Bach hinab. Es folgen mehrere kleine Seen, und Schwälle, mehrfach müssen kurze Portagen gemeistert werden, bevor bei Rogsbodarna der Rogen-See erreicht wird. Wir paddeln ein kurzes Stück hinaus zu einem Rastplatz auf einer Insel. Diesen müssen wir uns mit zwei Engländern teilen, aber Platz für Zelte gibt es hier genug, fast schon der Platz mit den besten Zeltbedingungen auf der gesamten Tour, da die Insel eine große flache Sandfläche fast ohne störende Wurzeln oder Steine bietet. Am Abend paddeln zwei Mitreisende nochmal ein Stück weit zurück um am Ausfluss des Wildbaches die Angeln auszuwerfen. Ein Hecht überlebt diesen Ausflug nicht.

DSCI0058Vor uns liegen die Weiten des Rogens, gute 11 km freie Seefläche liegen vor uns in Paddelrichtung und auch in die andere Richtung erstreckt sich der Rogen noch einige Kilometer weit. Das Wetter ist wechselhaft, Wolken und Spiegelglattes Wasser bieten ein Spiegelbild-Schauspiel vom feinsten. Nachdem der Hecht (zum Frühstück!) verspeist war, machen wir uns auf zur großen Rogenquerung. Das Wetter ist hier unberechenbar, wo eben noch spiegelglattes Wasser war, bauen sich schnell Wellen von einem halben Meter Höhe auf, genauso schnell wird es aber auch wieder ruhig. Wir paddeln in Ufernähe. Nachdem wir schon eine ganze Weile Regenschauer auf uns zukommen sehen und die Wellen wieder stärker werden, entscheiden wir uns zur Sicherheitspause auf einer Landspitze, Gemeinsam gehen wir unter der großen Tarp-Plane in Deckung, kurz darauf beginnt es stärker zu Regnen. Einige Zeit müssen wir so verharren, bevor wir die zweite Hälfte der Rogenquerung in Angriff nehmen können. Tagesziel ist der Restplatz bzw. die Wanderhütte Reva, unmittelbar an der norwegischen Grenze gelegen, die hier den Rogen durchquert. Die Angler wollen nochmal angeln, während wir die Zelte aufbauen dauert der Paddelausflug im seichten Nebenarm des Rogen aber nur wenige Sekunden und 3 Meter weit, dann liegen zwei Angler mitsamt Ihrer Ausrüstung i

m Wasser. Was genau zur Kenterung führte ist unklar, Ziel ist es fortan Schuhe, Kleidung etc. am Feuer zu trocknen. Über dem Feuer haben wir ein Tarp gespannt, die sintflutartigen Regenfälle die uns am Abend erreichen, kann das aber nur teilweise abhalten. Zwei deutsche Wanderer gesellen sich zu uns unter das Zeltdach.

Der Rogen und damit der erste namensgebende See unserer Tour ist fast geschafft, ab sofort sind wir in Norwegen unterwegs. Bei teils stürmischen Winden paddeln wir am folgenden Morgen die letzten 1,5 km über den Rogen, bevor wir in die wilde Röa einfahren wollen. Auf dem Weg dahin fällt ein Packsack dem Wind zum Opfer, kann aber aus dem Wasser gefischt werden.

Stromschnellen, mal verblockt, mal gut befahrbar und kleine Seen wechseln sich auf der Röa ab. Iro-Joe fährt die Boote nach Besichtigung der ersten Schnelle sicher

aus dem Rogen heraus in den Rogshaen, die anderen laufen über einen Trampelpfad ans Ende der Schnelle und sind froh, das Boote und Material nicht getragen werden müssen. Bereits nach wenigen hundert Metern folgt die nächste kleine Schnelle. Hier quert auch ein Wanderweg die Röa über eine Hängebrücke. Nach Besichtigung entscheiden wir, den Schwall zu fahren und erreichen mit allen 4 Booten ohne Unfall den Littlbudhaen. Weitere Wildwasser-Passagen folgen bevor wir via Storrundhaen und Lilrundhaen den ersten Rastplatz in Norwegen erreichen. Die Klöfthabua bietet uns einen Platz für die Nacht. Der Platz für Zelte ist rah, und so übernachtet ein Teil der Gruppe in der Hütte.

Am folgenden Tag führt und die Röa weiter, wiederum werden zahlreiche Stromschnellen durchfahren und teilweise umtragen, wobei sich Joe kaum eine Gelegenheit entgehen lässt, zumindest die Boote den wilden Fluss hinabzupaddeln. Für die Gruppe ist das natürlich ebenfalls sehr praktisch, da zumindest die Schlepperei der Boote hin und wieder entfällt. 500 Meter sind es noch bis zur nächsten Hütte am Ufer des größten Sees an der Röa, dem Roasten. 2 Schnellen müssen noch bewältigt werden und werden für fahrbar befunden. In der ersten kommen die ersten drei boote gut durch, aus dem 4.Boot steigt der Steuermann unfreiwillig aus, und steht hilflos in der Stromschnelle, während der zweite Paddler sich im Boot halten kann und das Boot sicher bis in den kleinen See hinter der Schnelle bringt. Per Wurfsack-Leine sichern wir den Aussteiger und bringen auch diesen wieder sicher ans Ufer. Die folgende leichte und flache Stromschnelle wird dann meinem Boot zum Verhängnis. Einen sichtbaren Felsen umfahren wir, treffen in der Welle aber auf einen zweiten, treiben quer….. und ehe wir genau wissen wie das passiert ist, schwimmt unsere Ausrüstung auf den See hinaus, das Boot wird vom Wasserdruck regelrecht um den Felsen gewickelt. Der Schaden wirkt groß aber zumindest ist niemand verletzt. Die anderen Boote sammeln unsere DSCI0132Ausrüstung ein, am Ufer versuchen wir das Boot wieder einigermaßen in Form zu bringen. Dies gelingt uns, wir erreichen den Rastplatz mit Hütte und beschließen nach diesem für drei Paddler ziemlich nassen Erfahrungen hier am Folgetag einen Ruhetag einzulegen. Auch mein Schlafsack war baden gegangen, war aber dank einem fast dichten Packsack nur leicht feucht geworden und trocknet noch rechtzeitig bevor er benötigt wird. Sämtliche weitere Ausrüstung trocknet am nächsten Tag in Wind und Sonne ebenfalls gut.

Am Ruhetag wird geangelt (wieder ergänzt ein Fisch unseren Speiseplan), gelesen, Brot gebacken oder einfach nur geruht. Die Holzversorgung an den norwegischen Hütten entlang der Röa ist super, sogar gesägt ist das Holz bereits, zum Spalten liegt eine moderne Fiskars Spaltaxt in der Hütte bereit. Gute Bedingungen um ein Feuer lange in Gang zu halten. Zwei Brote backen wir an diesem Tag auf dem Feuer. außerdem das ein oder andere Pfannenbrot. Wir checken unsere Nahrungsmittelvorräte…und merken schon jetzt, dass es zum Ende der Tour wohl knapp werden würde. Einkaufsmöglichkeiten gibt es keine, also werden die Mahlzeiten für die kommenden Tage schon einmal vorgepackt, so dass für den Rest der Wildnis-Tage eine Mahlzeit vorhanden ist. Am letzten Tag, wieder im Camp, könne wir ja ggf. anderweitig versorgt werden, so unsere Hoffnung.

( weiter zu Teil 2 )

 

 

Unterwegs auf dem Weser-Radweg: Oedelsheim bis Bad Karlshafen

Es ist Ende Mai. Hauptsaison auf dem Weser-Radweg. Wir starten für eine Tagestour in der Nähe der Weserbrücke Gieselwerder, wo wir das Auto parken. Die Räder sind schnell ausgeladen, die Tour kann beginnen. Jetzt am späten Vormittag sind bereits viele Radler unterwegs. Der großen Mehrheit sieht man Anhand der vollen Fahrradtaschen an, dass Sie mehr vorhaben als eine kurze Tagestour. Der Weser-Radweg ist immerhin 515 km lang, viele fahren wohl bis Bremen oder sogar komplett bis nach Cuxhaven. Wir aber wollen nur einen Tag mit sonnigem Frühsommerwetter nutzen. Wir starten zunächst in südlicher Richtung, radeln durch Oedelsheim und an der dortigen Gierseilfähre vorbei in Richtung Bursfelde. Es geht auf geteerten Wegen durch Felder, immer nah am Fluss entlang, kurze Stücke führen parallel zur Landstraße. An diesem Tag weht der Wind allerdings kräftig aus Süden, an der Landesgrenze Hessen-Niedersachsen wenden wir. Mit Rückenwind radelt es sich angenehmer. Relativ schnell sind wir so wieder in Oedelsheim, und folgen dem Weser-Radweg dann nach Lippoldsberg. Das Dorfzentrum bildet hier die alte, aber bestens erhaltene, romanische Klosterkirche. Hier machen wir Rast, eine Besichtigung der Kirche ist auf jeden Fall zu empfehlen. Nach einem kleinen Picknick setzen wir die Tour fort, zu empfehlen ist dabei die Nutzung der Dorfstraßen. Dort herrscht nur sehr wenig Autoverkehr und die Straßen sind besser Fahrbar als die alten, schmalen Treidelpfade entlang der Weser. Vorbei an einer weiteren Kirche und an einer Holzkohlefabrik erreichen wir Bodenfelde. Hier führt der Radweg auf der Uferpromenade entlang, die Weser ist immer im Blick. Ohne schweres Reisegepäck überholen wir einige Radler und durchfahren als nächstes das kleine Örtchen Wahmbeck. Hier ist zum ersten Mal etwas Kraft gefragt, den kleinen Anstieg meistern wir aber gut. Etwas erhöht geht es jetzt durch die Feldmark, der Weg ist hier gepflastert, aber leider durch landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr in bestem Zustand. Wir sind froh das die Räder gefedert sind. Am Ende der Felder wartet dann die größte Herausforderung des Tages: 100 Meter mit 25% Steigung! Wir nutzen all unsere Kraft….müssen aber dennoch nach halber Strecke absteigen und schieben den Rest der Steigung unsere Räder. Radlern mit Gepäck sei empfohlen, direkt von Beginn an zu schieben, diese Steigung zu fahren werden wohl nur die wenigsten schaffen. Oben angekommen, im schattigen Wald, warten Bänke für eine Pause. Aber auch wer direkt weiterradelt kann sich erholen. Nicht steil aber stetig geht’s jetzt 500 Meter bergab. Auf halber Strecke steht eine Halbschranke, hier ist Vorsicht angesagt. Der Weser-Radweg verläuft von hier an paralell zur Bahnstrecke, leicht wellig, aber dank gut geteertem Weg spielend einfach, geht die Radtour weiter nach Bad Karlshafen. Unser Zweiter Wendepunkt an diesem Tag. Die Kurstadt, im Dreiländereck Hessen-Niedersachsen- Nordrhein-Westfalen gelegen, bietet zahlreiche Möglichkeiten für eine Pause. Leider ziehen langsam Gewitterwolken auf, wir machen uns auf den Rückweg, wollen trocken beim Auto ankommen. Da die auf der anderen Weserseite verlaufende Alternativroute des Weser-Radweges aber unmittelbar an der viel befahrenen B80 verläuft, nehmen wir wie auf dem Hinweg die Hauptroute abseits des Straßenverkehrs. Die Strecke kenne wir jetzt ja bereits und so geht es zügig voran. Die 500m Abfahrt müssen wir nun bergauf bewältigen, die Steigung ist aber so leicht, dass das kein Problem ist. Es folgt die 25% Steigung vom Hinweg, die wir jetzt abwärts passieren müssen. Sofern Gegenverkehr herrscht sollte man hier auch bergab schieben, ein Schild verlangt das Absteigen sogar. Wer dennoch fährt, braucht sehr gute Bremsen, da der Weg am Ende im 90 Grad Winkel eng nach links abbiegt. Ab Hier geht es wieder flach und gemütlich wie auf dem Hinweg die Weser entlang. Jetzt am Nachmittag herrscht reger Radverkehr in beiden Richtungen. Gegen 15 Uhr beenden wir bei Gieselwerder nach knapp 50 gefahrenen Kilometern auf dem Rad unsere heutige Tour. Wir haben einen sehr schönen Abschnitt des Weser-Radweges kennengelernt, die Routenführung am Fluss und abseits des großen Verkehrs entschädigt dabei vielfach für die eine heftige Steigung die nahezu unfahrbar ist. Wir werden in jedem Fall weitere Abschnitte des Weser-Radweges im Weserbergland mit dem Fahrrad „erfahren“.

BauernLand & Weser: Eine Radtour mit echtem „Höhepunkt“

Es ist Sonntag. Wir haben uns heute eine Radtour vorgenommen, die anders sein wird, als wir es gewohnt sind. Fahren wir von unserem Wohnort Hameln sonst gerne den viel befahrenen Weser-Radweg, der immer an der Weser und damit durchgehend flach verläuft, wollen wir heute die Rundtour „BauernLand & Weser“ ausprobieren. Diese verläuft streckenweise zwar auch an der Weser entlang, ein Anstieg auf halber Strecke macht die Tour aber durchaus etwas anspruchsvoller. Der Radweg zweigt einige Kilometer südlich von Hameln, in Hagenohsen links ab und führt durch weite Felder und Wälder über Völkershausen und Börry zurück an die Weser. 35km liegen auf dieser Tour insgesamt vor uns, eine schöne Tagestour bei der Zeit bleibt für die ein oder andere Pause unterwegs.

Alles beginnt wie gewohnt, wir verlassen Hameln auf dem Weser-Radweg in südlicher Richtung. Die ersten Kilometer sind schnell erfahren, vorbei am Hamelner Ruderclub erreichen wir zunächst Tündern, den Ort wo eine markante Windmühle direkt am Weser-Radweg steht. Auf dem Weser-Radweg herrscht der übliche Radverkehr, ganz allein ist man bei gutem Wetter hier nie. In angepasstem Tempo reihen wir uns ein, sind aber froh, schon bald darauf in Hagenohsen den Radweg wieder zu verlassen. Sofort haben wir den vor uns liegenden Radweg wieder für uns allein. Was uns zunächst freut, sollte uns eigentlich nachdenklich machen. Wir durchqueren Hagenohsen und biegen am Ortsende rechts in einen Feldweg ein. Es folgt ein erster kleiner Anstieg, auch ohne aus dem Sattel zu gehen, leicht fahrbar, wenn auch der Untergrund sehr wellig ist und nicht an die Wegequalität des Weser-Radweges heranreichen kann. Dafür wird aber konsequent das Thema des Radweges bedient: wir fahren mitten durchs BauernLand, mitten durch weite Felder. Es geht wieder ein paar Höhenmeter bergab, die Räder rollen fast von allein. Es folgt: der Anstieg auf der kleinen Waldstraße in Richtung Völkershausen. Nicht zu steil, dafür aber zieht sich der Anstieg in die Länge. Im Wald haben erreichen wir den höchsten Punkt dieses Anstieges. Nach kurzer Trinkpause am Straßenrand setzen wir die Fahrt fort. Wir denken wir haben den Anstieg überwunden…….

Leider habe Ich aber das Höhenprofil nicht genau genug studiert…nach kurzer Abfahrt nach Völkershausen nämlich stehen wir vor der eigentlichen Herausforderung: Die kleine Nebenstraße, über die unsere Route nach Börry verläuft zweigt rechts ab und führt schnurgerade mit 15% Steigung den Berg hinauf. Auf 1,5 Kilometern sind hier ca. 60 Höhenmeter zu überwinden. Wir geben unser bestes – und müssen dennoch passen, steigen nach einigen Metern vom Rad und schieben den Berg hinauf. Um eine solche Steigung problemfrei fahren zu können, brauch es wohl mehr Training – oder ein eBike. Es folgt eine ebenso steile Abfahrt hinunter in das kleine Bauerndorf Börry. (Die Tour andersherum zu fahren ist also auch nicht hilfreich, auch dann hat man einen sehr steilen Anstieg)

Hier machen wir eine Pause und besuchen das „Museum für Landtechnik und Landarbeit“. Auf einem großen Hofgelände – fast schon ein eigenes Dorf im Dorfe – sind hier alte Traktoren, Feld- und Maschinentechnik aus der frühen Bauernzeit ausgestellt. Eine Schmiede und eine Stellmacherei können besichtigt werden. Ein gastronomisches Angebot lädt zur Pause ein. Nach dem Besuch diverser Scheunen wollen wir aber weiter. Die Tour BauernLand Weser führt durch Börry über das Bauerndorf Frenke nach Hajen an die Weser. Wir gönnen uns eine Abkürzung und fahren von Frenke aus direkt hinunter zur Grohnder Fähre. Das dortige Wirtshaus „Grohnder Fährhaus“ direkt an der alten Gierseilfähre hat gerade nach mehrjährigem Umbau neu eröffnet. Schon bei der Anfahrt bemerken wir, das wir nicht die einzigen sind, die mitbekommen haben, dass man hier wieder einkehren kann. Der Parkplatz ist voll. Autos und Motorräder parken in jedem verfügbaren Winkel, die Radabstellanlage ist völlig überfüllt. Ähnlich sieht es dann auch im Wirtshaus und Biergarten aus. Wir beschränken uns auf die Kurzbesichtigung, bekommen keinen freien Tisch, und fahren somit weiter. Getestet wird diese Gastronomie also erst bei einer der nächsten Radtouren. Gut das wir selbst Getränke dabeihaben und somit nicht auf eine Gaststätte angewiesen sind. Wir folgen ab hier dem Weser-Radweg zurück in Richtung Hameln. Auch hier sind wir nicht allein auf dem Radweg. Bei Latferde müssen wir den Radweg verlassen und auf die parallel durchs Dorf verlaufende Kreisstraße ausweichen: Frühjahrshochwasser macht den Weser-Radweg an dieser Stelle an diesem Tag unpassierbar. Hinter Latferde ist der Weser-Radweg dann wieder befahrbar und wir können dem Autoverkehr wieder etwas entfliehen. Kurz vor Hagenohsen steht das Wasser dann nochmal bis an den Wegesrand, aber auch diese Stelle lassen wir schnell hinter uns.

Wir unterqueren die Emmerthaler Eisenbahnbrücke, Tündern kommt in Sicht und somit ist Hameln nicht mehr weit. Nach der „Mauer von Völkershausen“ sind wir ganz froh, dass es ohne weitere Steigungen zurück nach Hameln geht. Nur an der etwas maroden Löwenbrücke über die Fluthamel ist nochmal schieben angesagt – die Holzrampen sind zu steil zum Radfahren – und dann erreichen wir auch schon wieder Hameln. Eine schöne Radtour liegt hinter uns, dennoch meinen wir, dass man für diese Tour durchaus geübt sein sollte auf dem Rad. Oder man muss den Berg eben schiebend erklimmen, so wie wir….